BAUARBEITEN IM MUSEUMSDORF

Demminer Hanseviertel steht vor vielen Veränderungen

Der neue Naturerlebnispfad entlang der Peene soll bereits im Mai fertig sein. Aber das ist nicht das einzige Bauvorhaben, das der Hanseviertel-Verein in diesem Jahr umsetzen will.
Sophia Brandt Sophia Brandt
Der neue Weg im Demminer Hanseviertel ist um einiges breiter, als es vorher der Fall war. Schon Anfang Mai soll der Pfad entlang der Peene fertig sein.
Der neue Weg im Demminer Hanseviertel ist um einiges breiter, als es vorher der Fall war. Schon Anfang Mai soll der Pfad entlang der Peene fertig sein. Sophia Brandt
Demmin.

93.000 Euro haben die Mitglieder des Demminer Hanseviertel-Vereins eingeplant, um mithilfe der Leader-Förderung in diesem Sommer die Insel zu sanieren. Zwischen der Peene und der Schmiede soll ein Spielschiff für die kleinen Besucher gebaut werden. „Das beansprucht ungefähr zwei Drittel des Geldes“, sagt der Vereinsvorsitzende Roman Gau.

Außerdem soll es an den sechs Handwerks-Hütten audiovisuelle Neuerungen geben. So sind Wandbilder an den Giebelseiten geplant, die sich thematisch und historisch mit dem jeweiligen Innenleben der Hütte auseinandersetzen. Beim Kerzengießen soll beispielsweise auf dem Bild gezeigt werden, wie diese Tätigkeit im Mittelalter ausgeführt wurde. Zusätzlich können die Besucher dann einen Button betätigen, um eine kleine Erklärung zum Bild zu hören.

Mehr Mittelalter auch bei Essen und Geschirr

Außerdem soll es für alle Mitarbeiter authentischere Gewandungen geben. Ebenfalls, so der Plan, wird sich das Essen in der Küche mehr am Mittelalter und an der Jahreszeit orientieren. „Beim Geschirr wollen wir generell authentischer werden“, sagt Gau. Diese Umgestaltung soll während des laufenden Betriebs in diesem Jahr stattfinden. Auf die Frage, ob der Verein denn alles durch die Förderung erhalten konnte, was sich die Mitglieder gewünscht haben, antwortet Gau: „Ja, wir sind voll zufrieden.“ Die Eintrittspreise sollen sich trotz der neuen Attraktionen nicht erhöhen.

Aber nicht nur der Verein wollte ein paar Neuerungen im mittelalterlichen Museumsdorf umsetzen. Auch die Stadt Demmin stellte einen Förderantrag an die regionale Leader-Aktionsgruppe, um die Wege auf der Insel sanieren zu lassen. Da der Antrag jedoch ablehnt wurde, finanziert die Stadt den neuen Naturerlebnispfad jetzt selbst. Gau schätzt die Kosten dafür auf 40.000 bis 60.000 Euro. Für den neuen Weg muss der alte Naturerlebnispfad aus Holz weichen. Daher arbeitet die Firma Graf aus Drönnewitz schon jetzt hinter geschlossenen Toren an dem Weg. Denn zum Saisonstart am 1. Mai soll alles fertig sein.

Weg wird breiter, aber auch kürzer

Durch die Modernisierung geht natürlich auch etwas für das Hanseviertel verloren. „Es ist immer schwer, den Spagat zwischen Unfallschutz und Authentizität zu schaffen“, sagt Gau. „Aber die Kunststoffdielen sind in einer originalgetreuen Farbe gehalten.“ Der breitere Weg bietet sich außerdem auch für Rollstuhlfahrer und für Kinderwagen an. Der Verein ist sehr dankbar dafür, dass die Stadt das Mittelalterdorf so unterstützt. Immerhin war der Weg zwei Jahre lang gesperrt, da die Holzstämme im Torf immer weiter abgesunken sind.

Allerdings ist es nun kein 1,5 Kilometer langer Rundweg mehr. Stattdessen läuft der Pfad nur noch entlang der Peene. Sollte es eine erneute Förderung geben, ist eine Erweiterung laut Roman Gau aber möglich.

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