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Bislang sind Demmins Jugendliche zwar im Stadtbild präsent, bei demokratischen Prozessen jedoch wenig eingebunden. Künftig soll sich das ändern. Pablo Himmelspach
Neues Projekt

Demminer Jugend soll in Stadtpolitik mitbestimmen

Die Stadt setzt beim Thema Jugend und Politik auf Unterstützung von außen – zumindest wenn die Bewerbung für das Hertie-Programm „Jugend entscheidet” von Erfolg gekrönt ist.
Demmin

Dank Jugendhaus und einer umfassenden Vereinsstruktur hat die Hansestadt ein grundlegend breites Angebot für ihre Kinder und Jugendlichen in petto. Doch wenn es um die Mitbestimmung seiner jungen Einwohner geht, bleibt Demmin hinter den Möglichkeiten zurück. Politisch wird zwar über deren vermeintliche Bedürfnisse geredet, doch nur selten können sie sich hier auch ernsthaft einbringen. Ein Problem, das Bürgermeister Thomas Witkowski schon während des Wahlkampfs ganz oben auf seine Agenda gesetzt hat.

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Und mit dem neuen Jahr soll Bewegung in die Sache kommen. Zwar wird nicht direkt ein Jugendparlament aus dem Boden gestampft, doch die Frage, wie junge Menschen in die demokratischen Prozesse eingebunden werden können, konkretisiert sich. Möglich ist das aufgrund des Hertie-Programms „Jugend entscheidet“, für welches sich die Stadt mit einstimmigem Votum des vergangenen Hauptausschusses bewerben will. „Das ist ein erster Schritt in Richtung Jugendbeteiligung bei uns“, so Bürgermeister Thomas Witkowski.

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Für Teilnehmer von zwölf bis 17 Jahren

Und das eventuell sogar mit langfristigem Erfolg. Denn das Programm ist nicht als simpler Werkzeugkasten angelegt, der der Lokalpolitik vermeintlich einfache Lösungen der Problematik an die Hand gibt. Vielmehr geht es darum, einen kompletten Prozess zu gestalten – mit klarem Ziel und erkennbarem Ergebnis. „Letzten Endes geht es darum, dass die Jugendlichen eine politische Entscheidung treffen sollen, die wir dann als Stadtvertretung übernehmen“, so der Bürgermeister.

Vier grobe Schritte sind dafür bei „Jugend entscheidet“ angesetzt, die sich in einzelne Unterpunkte aufschlüsseln. So wird die Stadt bei der Gewinnung der Teilnehmer zwischen zwölf und 17 Jahren über Workshops und die Ausarbeitung von Ideen und Anträgen bis zur langfristigen Verankerung der Jugendbeteiligung minutiös durch die Hertie-Stiftung unterstützt. Darüber hinaus stehen für Veranstaltungen im Rahmen des Programms 5000 Euro bereit.

Punkte, welche dem drohenden Nachwuchsmangel in der Stadtvertretung entgegen wirken könnten. „Wir sollten keinen Tag versäumen, diesen Antrag zu stellen“, so Eckhardt Tabbert (UWG). Tatsächlich bleibt dafür auch nicht mehr viel Zeit, denn der Einsendeschluss für 2022 ist der 10. Februar.

Ob Demmin dann am Ende ausgewählt wird, ist jedoch offen. Lediglich 15 Plätze stehen im Stiftungsprojekt zur Verfügung. Die Konkurrenz für das Programm dürfte indes groß sein. Denn bewerben kann sich deutschlandweit jede Stadt oder Gemeinde unter 100 000 Einwohner, die bislang keine oder nur wenig Erfahrung mit verankerten Formen von Jugendbeteiligung hat.

 

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