PERSONALMANGEL

Demminer Kinderklinik fehlen immer noch Ärzte

Die Chefarztposition der Pädiatrie in Demmin ist zwar nicht mehr vakant. Die weitere ärztliche Personalstruktur ist allerdings weiterhin in der Schwebe.
In der Pädiatrie des Demminer Kreiskrankenhauses geht es personaltechnisch voran. Dennoch sind einige geplante Stellen no
In der Pädiatrie des Demminer Kreiskrankenhauses geht es personaltechnisch voran. Dennoch sind einige geplante Stellen noch nicht besetzt. Karsten Riemer
Demmin.

Für die von Personalsorgen geplagte Pädiatrie im Demminer Kreiskrankenhaus geht es unzweifelhaft voran. So wurde die vakante Stelle des Chefarztes im Mai endlich besetzt. Auch wenn das Entspannung für den Betrieb mit sich bringt, sind noch nicht alle Sorgen vom Tisch. Denn personell gibt es weiterhin Luft nach oben. Zwar existieren grundsätzliche Pläne für die Zukunft, konkrete Termine für die Umsetzung lassen jedoch auf sich warten.

„Die Oberarztstelle konnten wir noch nicht besetzen“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Bereits seit Herbst des vergangenen Jahres wird für diese Position ein geeigneter Kandidat gesucht. „Es gab zwischendurch einen Lichtblick, der hat sich aber zerschlagen“, sagt Firneisen. Die Hoffnung auf eine weitere baldige Verstärkung gibt er jedoch nicht auf. „Wenn sich jemand findet, würden wir ihn gerne mit ins Team nehmen“, sagt der Geschäftsführer.

Honorarärzte künftig nur noch in Ausnahmefällen

Dass der Kinderstation in Demmin Gefahr durch Personalmangel droht, hatte Ende Februar auch in Landes- und Kreispolitik kleinere Wellen geschlagen. AfD, Grüne und Linke schienen in Sorge über den Erhalt der Pädiatrie. Öffentlich blieb es nach einem kurzen Aufschrei diesbezüglich allerdings ruhig. Spätestens die Anstellung von Dr.  Vanda Tuxhorn als Chefärztin im Mai, dürfte die besorgten politischen Gemüter auch vorerst beruhigen. Zudem distanzierte sich die Demminer Klinikleitung ohnehin von einer Schließung und damit einem ähnlichen Schicksal, wie es das Wolgaster oder Neustrelitzer Krankenhaus in der Vergangenheit getroffen hat.

Für eine umfassende Behandlung der kleinen Patienten setzte die Klinik des Weiteren auf Unterstützung von außerhalb. So waren vorübergehend Honorarärzte vor Ort, um die Dienstpläne abzusichern. „Das hat sich jetzt aber weitgehend erledigt“, sagt Firneisen. Nur in Ausnahmefällen oder für die Urlaubsvertretung soll künftig auf diese Lösung zurückgegriffen werden.

Hilfe aus Greifswald lässt noch auf sich warten

Der Vertrag mit der Greifswalder Universitätsmedizin hat hingegen weiterhin Bestand. Angedacht ist hierbei, dass künftig ein bis zwei Mediziner der UMG im Rahmen ihrer Facharztausbildung für sechs bis zwölf Monate in der Pädiatrie praktizieren. Schon Mitte Mai sollte es losgehen. So war zumindest die Hoffnung in Demmin. Doch die Zusammenarbeit läuft eher schleppend an. „Aus Greifswald ist noch niemand gekommen“, sagt Firneisen. Zwar hätte es bereits Zusagen gegeben, die Mediziner ihre Stelle jedoch dann nicht angetreten. „Und wir können ja niemanden zwingen“, sagt er.

Ähnlich wie bei der vakanten Oberarztstelle sieht Firneisen auch in diesem Punkt positiv in die Zukunft. „Die Greifswalder sind optimistisch, dass im Sommer beziehungsweise Herbst ein bis zwei Assistenzärzte kommen“, so der Krankenhausgeschäftsführer. Entsprechende Bemühungen für die Akquise sollen zudem optimiert werden, beispielsweise durch einen gesponserten Sonografiekurs für die jungen Mediziner. Zumindest sei das Teil der Kooperationsgespräche am Dienstag gewesen. Ein Garant für baldigen Nachwuchs ist das allerdings nicht. Für das Demminer Kreiskrankenhaus heißt es demnach weiter abwarten und Daumen drücken.

 

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