Zwei Jahre lang haben die Betreiber versucht, ihr Kino am Leben zu erhalten. Jetzt sind die Schaukästen leer.
Zwei Jahre lang haben die Betreiber versucht, ihr Kino am Leben zu erhalten. Jetzt sind die Schaukästen leer. Christine Gerhard
Corona-Pandemie

Demminer Kino ab 1. April vorerst geschlossen

Seit gut zwei Jahren kämpfen Kino-Betreiber wegen der Corona-Pandemie ums Überleben. Die Betreiber des Demminer Filmecks haben nun schweren Herzens eine Entscheidung gefällt. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung.
Demmin

Das letzte Kinoprogramm fürs Demminer Filmeck endet mit dem 30. März, ein neues ließ in dieser Woche vergeblich auf sich warten. Die sofort aufkommenden Befürchtungen bestätigt Andreas Kuhn, einer der Betreiber des kleinen Kinos am Rande der Demminer Innenstadt. „Wir hören zum 1. April auf”, erklärte er am Donnerstag. Ein schlechter Aprilscherz sei das nicht, nach Scherzen sei ihm und seinem Geschäftspartner Christian Guhl zurzeit auch nicht zumute.

„Uns tut das leid, und die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen”, versicherte Kuhn. Die letzte Vorstellung war der Film „Jackass Forever” am Mittwoch, die folgenden Tage nutzen die beiden Betreiber zum Ausräumen.

Mietnachlass und staatliche Hilfen reichten nicht

Eingezogen waren sie erst gut zwei Jahre zuvor, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland. „Das konnte ja damals keiner ahnen”, blickt Kuhn zurück. Es folgten zwei Jahre, die von wiederholten Schließungen geprägt waren. Durfte das Filmeck zwischendurch öffnen, so war der Publikumsandrang durch die Pandemie und Einlassbeschränkungen verhalten. Zudem wurden große Blockbuster, die viele Filmfans in die Kinos locken sollten, verschoben oder im Internet über Streamingdienste veröffentlicht.

Zwar kam die Wobau den beiden Kinobetreibern in der Krise bei der Miete entgegen. Doch auch die zusätzlichen staatlichen Hilfen konnten das Filmeck am Ende nicht durch die Corona-Krise bringen. Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie verzichteten die Betreiber auf eine weitere Verlängerung des am 31. März ausgelaufenen Vertrags in Demmin.

Kino Ueckermünde soll bleiben

Andreas Kuhn und Christian Guhl konzentrieren sich nun ganz auf ihr Kino in Ueckermünde, das bestehen bleiben soll. Auch wenn man natürlich nicht wissen könne, wie es weitergehe. Der Betrieb unter 3G-Bedingungen jedenfalls lohnt sich finanziell kaum. „Ich weiß nicht, welcher Kinobetreiber gerade kein Minusgeschäft macht”, so Kuhn. Immerhin, mit den Filmveröffentlichungen gehe es allmählich wieder richtig los.

Und wenn es nach den Plänen der Stadt geht, sollen die neuen Streifen bald auch wieder in Demmin zu sehen sein. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass das Kino nur für kurze Zeit geschlossen ist und schnellstmöglich ein Nachfolger als Pächter gefunden werden kann“, versicherte der stellvertretende Bürgermeister Ronny Szabó gestern. Die bisherigen Bemühungen scheinen denn auch Anlass zur Hoffnung zu geben: "Wenn alles so läuft, wie es jetzt aussieht, kann das Kino in zwei Wochen wieder aufmachen und Besucher empfangen", so Szabó. Für die Entscheidung der Betreiber nach den beiden schweren Jahren habe er Verständnis. Am Filmeck will die Stadt trotzdem festhalten: „Der Verwaltung und auch der Wobau ist bewusst, wie wichtig das Kino für die Stadt ist“, erklärte Szabó. Es gehöre einfach dazu.

 

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Kommentare (1)

Das einzige übrig gebliebene Kino weit und breit schließt den Vorhang. Nach fast hundert Jahren!