FACHKRÄFTEMANGEL

Demminer Klinik bekommt Hilfe aus Argentinien

Das Demminer Kreiskrankenhaus plagt sich immer wieder mit Personalsorgen. Doch es gibt einen Lichtblick. Ein junger Mediziner aus Argentinien soll künftig die Anästhesie unterstützen.
Bürgermeister Michael Koch (r) begrüßte den aufstrebenden Mediziner gemeinsam mit Dr. German Horn (l) offiziel
Bürgermeister Michael Koch (r) begrüßte den aufstrebenden Mediziner gemeinsam mit Dr. German Horn (l) offiziell in Demmin. Für die ersten Tage wird Nicolas Cristi sein Quartier im Luisentor beziehen. Karsten Riemer
Demmin.

Knapp 12 000 Kilometer liegen zwischen Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires und der Hansestadt Demmin. Welten trennen die beiden Orte – allein, was deren Größe und Einwohnerzahl angeht. Und dennoch scheint die Wiege Vorpommerns eine gewisse Anziehungskraft für Menschen in dem südamerikanischen Land zu haben. Denn mit Nicolas Cristi konnte der inzwischen vierte argentinische Mediziner gewonnen werden, der künftig das Team im Kreiskrankenhaus unterstützen wird.

Für die Demminer Klinik schließt sich damit eine weitere entscheidende Personallücke. Denn neben den größtenteils gelösten Problemen in der Pädiatrie fehlte es in der Anästhesie an frischem Wind. Ab Dienstag, 1. Dezember, weht dieser aus Südamerika. Denn für den 27-Jährigen geht es direkt mit dem Klinikalltag los. Viel Zeit, sich in seiner neuen Heimat vorab einzuleben, blieb ihm bisher nicht. „Ich bin am 24. November gelandet“, sagt er. Dennoch hat sich Cristi bereits einen ersten Eindruck vom Krankenhaus verschaffen können.

Vom Kindergarten an Deutsch gelernt

Dass es den jungen Mann überhaupt in die Peenestadt verschlagen hat, liegt in der Zeitung „Argentinisches Tageblatt“ und einer Whats-app-Nachricht begründet. „Ich war mit jemandem zusammen an der Universität und wir haben über die Möglichkeiten im Ausland gesprochen“, so Cristi. Dieser Kommilitone habe dann über seine Mutter den Kontakt mit der Zeitung hergestellt. Da das Kreiskrankenhaus des Öfteren Suchanzeigen in Argentinien geschaltet hat, war die Weitervermittlung ein Kinderspiel. „Ich habe dann eine Nachricht an Dr. German Horn geschickt“, sagt er.

Zwei Wochen Hospitation stehen dem 27-Jährigen nun zunächst bevor, um die Kollegen kennenzulernen. Anschließend folgt Mitte Dezember die sogenannte Fachsprachenprüfung. Eine Grundlage für seinen weiteren Werdegang als Arzt in Deutschland. Denn die Regularien sind hart. Selbst der argentinische Doktortitel wird nicht ohne Weiteres anerkannt. Ungefähr ein Jahr dauert es laut Dr. Horn, bis die deutsche Approbation erteilt ist. An sprachlichen Barrieren dürfte das im Fall von Nicolas Cristi allerdings nicht scheitern. Deutsch ist beinahe seine Muttersprache. Denn vom Kindergarten bis zum Abitur besuchte der junge Mann die Goethe-Schule in seiner Heimat. Die Weichen für ein Leben in Vorpommern sind damit also gestellt.

Urgroßvater baute am Tutower Flugplatz mit

Und obwohl die Unterschiede zwischen Argentinien und dem Demminer Land mehr als nur klimatischer Natur sind, besteht zwischen Cristi und der Region bereits eine Verbindung. „Der Vater meiner 97-jährigen Oma war ein Friedrich Schröder“, sagt der 27-Jährige. Und eben jener Urgroßvater habe maßgeblich am Bau des Tutower Flugplatzes mitgearbeitet. Gewisse Wurzeln in den Nordosten Deutschlands sind also vorhanden. Auch, wenn der junge Mann gerade erst angekommen ist.

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