CORONA-PANDEMIE

Demminer Krankenhaus ist im Krisenmodus

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt das Demminer Kreiskrankenhaus auf krasse Maßnahmen. Eine gesamte Station wurde geräumt und für die Isolation und Behandlung von Infizierten vorbereitet.
Die Untersuchungsräume sind einsatzbereit. Schutzkleidung ist hier Pflicht für die Krankenhausmitarbeiter.
Die Untersuchungsräume sind einsatzbereit. Schutzkleidung ist hier Pflicht für die Krankenhausmitarbeiter. Karsten Riemer
Liegende Kranke können auf der Rückseite des Krankenhauses auf die Station gebracht werden.
Liegende Kranke können auf der Rückseite des Krankenhauses auf die Station gebracht werden. Karsten Riemer
Verdachtspatienten werden zu einem separaten Eingang geleitet.
Verdachtspatienten werden zu einem separaten Eingang geleitet. Karsten Riemer
Für die Diagnose steht ein eigenes Röntgengerät auf der Station bereit.
Für die Diagnose steht ein eigenes Röntgengerät auf der Station bereit. Karsten Riemer
Demmin.

Die Schiebetüren des Haupteingangs im Demminer Kreiskrankenhaus sind verschlossen. Bis in die Eingangshalle kommt nur, wer vorher klingelt. Die Klinik ist im Krisenmodus. Eine Verbreitung des grassierenden Coronavirus soll mit allen Mitteln verhindert werden. „Hatten Sie Fieber, Husten, Schnupfen, Heiserkeit?“ Eine Frage, die bereits in unmittelbarer Nähe zur Rezeption von einem behandschuhten Mitarbeiter mit Mundschutz einem älteren Patienten gestellt wird. Alltag in der Pandemie-Vorsorge.

Ab sofort wird der Kampf gegen das neuartige Virus allerdings nochmal verschärft. „Wir haben jetzt ein ganz neues Konzept“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Schon vor dem Klinikgebäude weisen große Schilder darauf hin. Coronavirus Ambulanz steht darauf, verbunden mit einer Richtungsangabe und dem Hinweis, dort zu klingeln. Selbst auf dem Boden finden sich weiße Markierungen, die den exakten Laufweg dorthin ausweisen. Die Ansteckungsgefahr durch Verdachtspatienten soll durch diese neu eingerichtete Station minimiert werden.

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Derzeit zwei Fälle auf der Intensivstation

So auffällig die Schilder sind, so unscheinbar ist der kleine Seiteneingang, durch den vermeintlich Infizierte zu Fuß in die Ambulanz kommen. „Der wurde auch nie benutzt“, sagt Firneisen. Als dieser Krankenhaustrakt gebaut wurde, sei der Eingang jedoch bereits für ähnliche Vorhaben gedacht gewesen. Auf der Rückseite des Hauses wurde zudem ein eigener Eingang für Verdachtspatienten, welche liegend transportiert werden müssen, eingerichtet. „Der ist aber nur für stabile Erkrankte“, sagt Firneisen. Bei Luftnot oder Intubation geht es direkt auf die Intensivstation, wo derzeit zwei Fälle behandelt werden. Die Entscheidung über die Einlieferung trifft ein Arzt bereits im Krankenwagen.

Und während in anderen Krankenhäusern, wie beispielsweise in Greifswald, Container für die Ersteinschätzung aufgebaut sind, hat Demmin eigens die Pädiatrie geräumt und zur Covid-Ambulanz und Aufnahmestation umfunktioniert. Bis zu 14 Patienten können hier untergebracht werden. Sieben sind es aktuell, zwei davon als bestätigte Infizierte.

Separater Eingang und strenge Regeln

Malereien von Sonnen, freundlichen Tieren und bunten Häusern sowie Aufkleber mit Teddybären an den Wänden und Fenstern sind als letztes Zeichen der ursprünglichen Stationsnutzung übrig geblieben. „Die Kinderstation haben wir in die ehemalige Dialyse verlegt“, so Firneisen. Die Behandlung junger Patienten kann dort ohne Einschränkungen weitergehen. Dass eine derartige Umstrukturierung möglich ist, liegt auch im Gebäude an sich begründet. „Wir sind in Demmin in der wunderbaren Situation, dass wir separate Eingänge haben“, so der Chef der neuen Corona-Ambulanz Dr. German Horn.

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Die gesamte Infektionsstation sei so konzipiert, dass keine Kontamination stattfinden kann. „Die zentrale Notaufnahme kann das nicht leisten“, sagt er. Zudem gelten strenge Regeln. So ist die Tür zur neuen Station mit einem Code gesichert. Schutzkleidung wie Masken und Handschuhe sind obligatorisch. Es gibt extra eine Umkleide für das Personal. „Aber wir müssen mit der Nutzung des Materials und der Kleidung auch sparsam umgehen“, sagt Horn. Denn die Ausstattung verringert sich, wie in der gesamten Bundesrepublik.

Gutes Gefühl für den Kampf

Nach außen steht die Station mit einer eigenen Covid-Hotline in Verbindung. Ärzte, Rettungsdienste sowie die Einsatzleitstelle haben darauf Zugriff. „Darüber erreichen sie 24 Stunden lang einen kompetenten Ansprechpartner“, so Horn. So könne ein kontrollierter Zugang stattfinden. Und der Bedarf dafür ist gegeben. „Eben hat eine Kollegin aus Malchin angerufen, die vermutlich einen Kandidaten hat“, sagt der Mediziner.

Unabhängig von der weltweiten Lage prägt allerdings Zuversicht die Stimmung des Mediziners. „Es sind sehr besondere Zeiten, in denen wir leben“, sagt er. Doch das gesamte Krankenhaus, vom Arzt über Pflegekraft bis zum Hausmeister und den Küchenfrauen, habe sich auf dieses prägende Erlebnis vorbereitet. „Ich habe ein gutes Gefühl für den Kampf“, sagt Horn.

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