KULTURAKTION ZU PFINGSTEN

Demminer Land wieder offen für die Kunst

Manche Künstler hatten schon nicht mehr damit gerechnet, doch nun hat der Landkreis Seenplatte grünes Licht für „Kunst:Offen“ gegeben – mit strengen Auflagen.
Corona kann Kunst:Offen nicht ausbremsen: Die leuchtend gelben Schirme und Sonnensegel weisen den Kulturliebhabern wie gewohnt
Corona kann Kunst:Offen nicht ausbremsen: Die leuchtend gelben Schirme und Sonnensegel weisen den Kulturliebhabern wie gewohnt den Weg und lassen erkennen, wo sich Kunst in der Region – mit entsprechenden Hygieneregeln – entdecken lässt. Bernd Wüstneck
Demmin.

Kunstnacht, Stadtfeste, Open-Air-Konzerte vor mehreren Hundert Gästen – alles aus dem Veranstaltungskalender der Stadt gestrichen. Doch am Pfingstwochenende können sich die Menschen in Demmin und Umgebung auf ein beliebtes Kulturfestival freuen, das sich nicht dem Coronavirus geschlagen geben muss. „Kunst:Offen“ dürfte das erste Event nach knapp drei Monaten werden, zu dem wieder ein großes Publikum strömen darf.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte rechnet mit etwa 90 Teilnehmern, die ihre Höfe, Ateliers und Werkstätten vom 30. Mai bis zum 1. Juni öffnen. Allerdings nur, wenn die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. „Das stellt alle vor eine ungewöhnliche und große Herausforderung. Deswegen rechnen wir damit, dass in den nächsten Tagen doch noch ein paar Absagen kommen werden“, sagt Cindy Schlüßler, die für Kultur und Kulturförderung beim Landkreis zuständig ist und bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen.

Nur im Freien genug Platz für Abstandsgebot

Die Hobbykünstlerin Christine Richter sieht in den strengen Auflagen jedoch keinen Grund, nicht an der Aktion teilzunehmen. „Ich werde meine keramischen Arbeiten und Schmuckstücke hauptsächlich im Skulpturengarten ausstellen. Da ist genügend Platz, sodass sich die Leute gut verteilen können. Und falls das Wetter mitspielt, wird es auch wieder Live-Musik geben“, verspricht die Demminerin. Auch bei Peter Hecht aus Sommersdorf wird sich „Kunst:Offen“ in diesem Jahr coronabedingt nur draußen auf dem Hof abspielen. „Genau dort, wo ich sonst meine Tierskulpturen anfertige. In meinem Atelier lassen sich die räumlichen Vorgaben nicht umsetzen“, sagt der Bildhauer. Dennoch sei er froh darüber, dass er den Besuchern die neue Ausstellung „Ein Fenster öffnen in die ferne Welt“ überhaupt präsentieren kann. Sie ist das Ergebnis seiner jüngsten Studienreise, die den Künstler durch drei Kontinente führte.

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Wer das pralle Leben liebt, sollte zu Pfingsten einen Abstecher nach Ganschendorf erwägen. Denn in der Werkstatt von Roswitha Ziethen tummeln sich auch 2020 wieder die Warnemünder „Strandschönheiten“ – korpulente Mädels in Badeanzügen, die als große Beton-Figuren oder in Form von 3D-Collagen gezeigt werden. Für die lebensfrohe Künstlerin kam eine Absage nicht infrage: „Die Stimmung und das offene Miteinander zwischen Künstlern und Besuchern ist jedes Jahr aufs Neue unbeschreiblich schön. Da nehme ich die ganzen Auflagen gerne in Kauf, auch wenn es an einigen Stellen etwas aufwendiger wird als sonst“, sagt sie. So darf laut Verordnung immer nur eine begrenzte Zahl an Menschen gleichzeitig das Atelier betreten und muss wie beim Einkaufen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Zudem ist darauf zu achten, dass Türklinken regelmäßig desinfiziert werden und sich beim Rein- und Rausgehen niemand in die Quere kommt. „Am besten wäre es, wenn wir schönes Wetter kriegen, damit die Gäste auch durch den Garten spazieren können“, so der Wunsch der Künstlerin.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Demminer von diesen Sicherheitsmaßnahmen nicht schon im Vorfeld abschrecken lassen. Die aktuelle Broschüre mit allen Teilnehmern gibt es unter www.mecklenburgische-seenplatte.de/kunstoffen.

 

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