CORONA-KRISE

Demminer Landmarkt verkauft Desinfektion an Helfer statt Hamsterer

Einige Restbestände begehrter Handdesinfektionsmitel sind in Demmin noch zu bekommen. „Ihr Landmarkt“ verkauft die Flaschen bevorzugt an Großabnehmer sowie Menschen aus Risikogruppen.
Einige Flaschen Desinfektion sind in Maik Feltens „Ihr Landmarkt“ noch zu bekommen. Zum Schutz vor Einbrechern bri
Einige Flaschen Desinfektion sind in Maik Feltens „Ihr Landmarkt“ noch zu bekommen. Zum Schutz vor Einbrechern bringt er die nicht verkauften Flaschen jeden Abend aus dem Geschäft in Sicherheit. Karsten Riemer
Demmin.

Seit Beginn der Corona-Krise und den ersten Fällen in Norddeutschland ist eine Sache besonders knapp geworden. In den Regalen für Desinfektionsmittel herrscht im Einzelhandel zumeist gähnende Leere. Während sich die Apotheken der Region, wie die Demminer Pommern-Apotheke, zunehmend auf Eigenproduktion verlegen, tauchen bei einigen Händlern immer mal wieder Reserven des begehrten Mittels auf.

Feuerwehren und Pflegedienste bevorzugt

So hat auch die Filiale von „Ihr Landmarkt“ in Demmin noch einen kleinen Vorrat auf Lager. „Aktuell sind es noch rund 120 Liter“, sagt Geschäftsführer Maik Felten. Vor allem an Kommunen, die Freiwilligen Feuerwehren, Pflegedienste oder ähnliche Bereiche will er die Desinfektion bevorzugt abgeben. „Eben an die, die es brauchen“, sagt er. Gebrauch von dem Angebot habe unter anderem bereits die Stadt Loitz gemacht.

Aber auch für Privatpersonen ist das Mittel weiterhin erhältlich. „Für den Normalkunden gibt es aber nur eine Flasche pro Person“, so Felten. Ausgenommen davon seien Menschen, die zur Risikogruppe gehören. „Die bekommen dann auch mal mehr“, sagt er. Sollten sich jetzt aber mehrere Großabnehmer melden, würde der Vorrat gleichmäßig aufgeteilt werden.

Mit 24,99 Euro für die Literflasche liegt Feltens Angebot trotz des derzeitig knappen Bestands im normalen Bereich. So bewegt sich zum Beispiel die Eigenproduktion der Pommern-Apotheke in einem ähnlichen Preissegment. „Manche finden es allerdings zu teuer“, sagt Felten. Und in der Tat hatte der Händler vor Corona auch Desinfektionsmittel einer anderen Firma im Angebot. 500 Milliliter schlugen da mit 9,99 Euro zu Buche. Eine effektive Preissteigerung von fünf Euro pro Liter hat die Krise demnach mit sich gebracht.

Ausnahmen für Risikogruppen

Auch im Kaufverhalten der Kunden würde sich das niederschlagen. „Es gibt da Tage, da sind sie ganz verrückt nach dem Mittel“, so der Geschäftsführer. Spätestens der Blick auf den Preis ließe dann aber doch viele zurückschrecken. „Die können sich das oft nicht leisten“, sagt Felten. In einigen Fällen schlägt das große Herz jedoch die Händlerseele. „Zum Beispiel, wenn wir ein altes Mütterchen haben, die wirklich kein Geld hat“, sagt er. Dann könne das Mittel auch mal günstiger abgegeben werden. „Wenn ich dann zehn Euro aus eigener Tasche draufzahle, ist das okay“, so der Geschäftsführer.

Wie lange im Demminer Landmarkt noch Desinfektionsmittel vorrätig sein wird, lässt sich indes nicht absehen. „Wir haben zwar bestellt, können aber nichts versprechen“, sagt Felten. Bei vergangenen Bestellungen habe die Lieferzeit gut drei Wochen betragen.

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