Sie trugen ein Licht durch Demmin, erinnerten an die Opfer häuslicher Gewalt und forderten, dass noch mehr dagegen untern
Sie trugen ein Licht durch Demmin, erinnerten an die Opfer häuslicher Gewalt und forderten, dass noch mehr dagegen unternommen wird. Eike Winkler
Am Demminer Hanseufer weht nun eine neue Flagge als Zeichen und Aufruf, bei häuslicher Gewalt nicht wegzusehen.
Am Demminer Hanseufer weht nun eine neue Flagge als Zeichen und Aufruf, bei häuslicher Gewalt nicht wegzusehen. Eike Winkler
Aktionswoche

Demminer Netzwerk zeigt Flagge für Opfer häuslicher Gewalt

Zum Auftakt der Anti-Gewalt-Woche las Angelika Klüssendorf in der Hansebibliothek und die Flagge am Hanseufer setzte ein weithin sichtbares Zeichen.
Demmin

„Es regnet Scheiße, doch vom Himmel kommt sie nicht.“ Mit drastischen Worten begann Autorin Angelika Klüssendorf die Lesung aus ihrem Buch „Das Mädchen“ am Montagabend in der Hansebibliothek. Es ist der erste Band einer Romantrilogie, in dem sich „das Mädchen“ aus prekären Verhältnissen in der Kindheit kämpfen muss. Klüssendorf schafft es in ihren Werken in einem unverwechselbaren Sprachstil Worte für etwas zu finden, bei dem andere nur in Stille verharren.

Neue Flagge als Zeichen und Aufruf

Opfer häuslicher Gewalt müssen Schreckliches auf sämtlichen Ebenen durchleben und es fehlt ihnen oft an einem Ausweg. Anlässlich der internationalen Anti-Gewalt-Woche ruft das Netzwerk für Chancengleichheit Demmin dazu auf, allen Formen von Gewalt und Diskriminierung entgegenzutreten. Engagierte des Netzwerks hatten daher auch zu der Lesung eingeladen. Außerdem trugen sie mit weiteren Interessierten ein symbolisches Licht durch die Straßen von der Hansebibliothek bis zum Hanseufer, wo die neue Flagge gehisst wurde. Ein weithin sichtbares Zeichen, um an die Opfer häuslicher Gewalt zu erinnern, aber auch ein Aufruf.

Mehr Aufklärung und Prävention gegen häusliche Gewalt gefordert

Denn nach Ansicht der Teilnehmer muss noch mehr getan werden. Bildung und Aufklärung seien laut Gundula Schwanke von der Awo-Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt immer noch ein Thema. Es müsse auch mehr im Bereich der Prävention passieren, wie Kerstin Wolter, frühere Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt, fordert. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. Der Staat müsse aktiver werden. In der neuen Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Linken kam dem Thema lediglich ein Punkt zu. Dieser sieht die Evaluierung eines Modellprojektes vor mit dem Ziel, die psychosoziale Prozessbegleitung weiterzuentwickeln.

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