Hansestadt bleibt bunt
Demminer pfeifen auf die rechten Parolen

Das "Aktionsbündnis 8. Mai Demmin" rief zum Protest gegen Rechts auf. Über 60 Leute kamen auf den Markt mit Plakaten, Trillerpfeifen, Bratpfannen, Töpfe, Rasseln und machten deutlich, dass Demmin bunt bleibt. Die NDP hatte am Montag einen Wahlkampf-Stand vor dem Rathaus aufgebaut.
Das "Aktionsbündnis 8. Mai Demmin" rief zum Protest gegen Rechts auf. Über 60 Leute kamen auf den Markt mit Plakaten, Trillerpfeifen, Bratpfannen, Töpfe, Rasseln und machten deutlich, dass Demmin bunt bleibt. Die NDP hatte am Montag einen Wahlkampf-Stand vor dem Rathaus aufgebaut.
Kirsten Gehrke

Lauter Protest: Mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Bratpfannen und Töpfen stellten sich die Hansestädter der rechtsextremen NPD entgegen und wollten damit ein Zeichen setzen.

„Die haben genug Phrasen, die sie dreschen können.“ Herbert Frank wollte sie nicht hören und hat am Montag zur Demo seine Vuvuzela mitgebracht. Die übertönte jedes Gedöns der Rechten. Als kurzfristig die NPD eine Kundgebung auf dem Markt in Demmin angemeldet hatte, reagierte das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ prompt.

Dem Aufruf zum lauten Protest folgten über 60 Leute und machten deutlich, dass Demmin bunt bleibt. Ausgerüstet mit Plakaten, Trillerpfeifen, Bratpfannen, Töpfe und Rasseln standen sie fünf Neonazis gegenüber, die Werbematerial an den Mann bringen wollten. Die Demonstranten übertönten die rechten Parolen, die über Lautsprecher über den Markt dröhnten. Kornelia Gillert konnte gar nicht laut genug auf ihre Bratpfanne schlagen. Andere ließen Sirenen aufheulen. „Skandal: NPD missbraucht Asylrecht für Wahlkampf“, stand auf eines der Plakate.

Ein Neonazi wollte schubsen

Mit einem Transparent „Demmin bleibt bunt“ gingen die Nazi-Gegner über den Markt. Die Plakate so gehalten, dass auch die Autofahrer an der roten Ampel die Botschaft lesen konnten. Einen der Neonazis störte es offenbar, dass die Demminer so viel Krach machten in der Nähe seines Standes und bedrängte einen Demonstranten. Provokant stellte er sich vor den Mann mit Tröte und drängte ihn immer weiter nach hinten. Als er mit dem angezogenen Knie schubsen wollte, ging ein Ordner dazwischen.

Die Demonstranten machten weiter, anderthalb Stunden wehrten sie sich gegen die Hetze. Die NPD konnte noch so oft ihr Band abspielen. Es war nicht zu verstehen. „Das war ja genau unsere Absicht“, meinte Kerstin Lenz. Ein paar Schaulustige blieben auf dem Markt stehen und schauten sich den Protest aus der Ferne an, wie auch eine Hand voll Polizisten. Nur sieben Leute nahmen sich in anderthalb Stunden Material der NPD mit. Ein älterer Herr drohte dann einem Fotografen, der den Stand der Rechten fotografiert hatte. Einige der Demonstranten spielten hingegen friedlich Jugger.

Auch der Wind schien gegen die NPD zu sein

„In Demmin wollten wir unsere Kräfte bündeln“, sagte Kornelia Gillert vom Aktionsbündnis. Sie hätten es auf die Schnelle nicht überall geschafft, ähnliche Aktionen zu organisieren. Dort hat ihnen aber der starke Wind ein bisschen geholfen. In Stavenhagen sei am Morgen der NPD-Stand weggeweht, ein Sonnenschirm sei unter ein fahrendes Auto geflogen. In Malchin hätten die Nazis ihre Texte nur aus einem Auto heraus abspielen können. Demmin dagegen habe wieder ein Zeichen gesetzt, dass Neonazis hier keinen Platz haben.