Kein Platz für Aschermittwoch

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Demminer Rentner kommen der AfD zuvor

Den letztjährigen Aschermittwoch feierte die AfD noch im Demminer Tannenrestaurant, mit dabei war auch AfD-Landeschef Leif-Erik Holm. 
Den letztjährigen Aschermittwoch feierte die AfD noch im Demminer Tannenrestaurant, mit dabei war auch AfD-Landeschef Leif-Erik Holm.
Denny Kleindienst

Auch die AfD wird in der kommenden Woche ihren politischen Aschermittwoch feiern. Allerdings nicht dort, wo die Partei gern wollte.

Das hatte im vergangenen Jahr schon Symbolkraft. Neben der CDU, die traditionell ihren politischen Aschermittwoch in Demmin abhält, veranstaltete erstmals auch die AfD einen Aschermittwoch in der Hansestadt und rückte nicht zuletzt der Kanzlerin damit auf die Pelle.

Während im Trebeltalhotel Angela Merkel als Stargast zur Bühne schritt - und das auch wohl in diesem Jahr tun wird -, riefen die Gäste im Saal des Tannenrestaurants: „Merkel muss weg.“ AfD-Landeschef Leif-Erik Holm forderte den Mexit, den Merkel-Exit, und Norina Mittendorf, AfD-Mitglied aus Demmin, sammelte zwischendurch mit Merkel-Maske vorm Gesicht die Deutschlandfahnen ein.

Der Coup war, am gleichen Tag, mit der gleichen Veranstaltung in der gleichen Stadt zu sein. Das wollte die AfD in diesem Jahr gern wiederholen. Anfang Januar hatte Enrico Komning, der für die AfD im Bundestag sitzt, bei Tannenwirt Jürgen Aleschus angefragt.

Tanztee statt Politik

„Ich hätte sie wieder genommen. Das war ein schöner Umsatz“, sagt Aleschus. Nur kam die Anfrage drei Wochen zu spät. Aleschus hatte den Senioren schon zugesagt, am 14. Februar, dem Valentinstag, den Tanztee zu veranstalten. Verschieben wollte er diesen dann nicht. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, so Aleschus.

Leif-Erik Holm bedauert, dass es in diesem Jahr nicht geklappt hat. Er teilt mit: „Frau Merkel wird uns sicher schmerzhaft vermissen.“ Nun kümmere sich die AfD aber ja im Bundestag um Merkels „desaströse Weiter-so-Politik“. Im kommenden Jahr, so Holm, „werden wir der CDU gerne auch wieder in Demmin auf die Pelle rücken.“

In der kommenden Woche wird die AfD ihren politischen Aschermittwoch in Schwerin veranstalten. „Uns hat es sehr gut gefallen in Demmin“, sagt Enrico Schult, der zum AfD-Kreisvorstand gehört. Dass mit Schwerin nun einmal ein anderer Landesteil dran ist, findet er nicht schlecht. Er selbst habe aber leider keine Zeit, in die Landeshauptstadt zu fahren.