CD aufgenommen

Demminer Sagen tauchen auf plattdeutschem Hörbuch auf

Jung und Alt im Tonstudio: Auf Anregung des Heimatvereins haben Plattdeutsch-Fans Sagen und Geschichten aufgenommen. Kitas und Schulen sollen davon profitieren.
Tontechniker Stephan Puppe beschäftigt sich sonst hauptsächlich mit der Postproduktion von Filmen, hat jetzt aber au
Tontechniker Stephan Puppe beschäftigt sich sonst hauptsächlich mit der Postproduktion von Filmen, hat jetzt aber auch für ein Plattdeutsch-Projekt sein Studio in Pensin geöffnet. Christine Gerhard
Demmin

Aus den großen Lautsprechern im Tonstudio „Dollwerke Media“ in Pensin klingt die Stimme von Schülerin Jette Bolz. Haben sich die Ohren erst einmal an die unerwartete Sprache gewöhnt, in der die junge Sprecherin ihren Text vorträgt, kann man dem Inhalt folgen: Um einen Schatz in Demmin geht es in der Sage, die Jette mithilfe von zwei älteren Teilnehmern des Projekts „Plattdeutsches Hörbuch“ ins Niederdeutsche übersetzt hat. Einst haben die Demminer ihre Sagen von Generation zu Generation auf Platt weitergegeben. Niedergeschrieben wurden sie aber auf Hochdeutsch. Im Tonstudio erklangen zwei Geschichten nun wieder in der Originalsprache. Insgesamt elf Plattdeutsch-Fans, von der Vorschülerin bis zum Rentner, haben im Tonstudio ihre 16 Texte aufgenommen.

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Ungewohntes Tonstudio

Darunter neben Sagen auch bekannte plattdeutsche Geschichten und Anekdoten, eigene Erzählungen und ein kleiner Dialog, ergänzt durch Lieder vom Chor des Musikgymnasiums. „Für die Teilnehmer war die professionelle Aufnahme im Tonstudio ungewohnt“, sagt Karsten Behrens vom Heimatverein, der das Projekt initiiert hat. Die meisten Sprecher seien es vom Plattdeutschen Nachmittag zwar gewohnt, Texte vorzutragen, aber die Atmosphäre bei der Aufnahme allein im kleinen Nebenraum des Tonstudios sei natürlich nicht vertraut gewesen. Doch die Sprecher hatten sich gut vorbereitet, überfordert waren sie mit der Aufnahme keineswegs, berichtet der Inhaber des Tonstudios Stephan Puppe zufrieden.

Rumpeln und Schmatzen nicht erwünscht

Auch Jette habe beim Einsprechen kaum Fehler gemacht. Mindestens zwei Mal musste trotzdem jeder Teilnehmer seinen Text vortragen, schon zur Sicherheit. „Es passiert manchmal etwas, das man beim Mitschneiden nicht hört, ein Rumpeln, wenn man versehentlich gegen den Stuhl kommt oder ein Schmatzen“, erklärt Puppe. Solche Störungen schneidet der Tontechniker heraus. „Anatmen lässt man aber zu einem gewissen Maß drin. Wenn der Sprecher länger nicht mehr hörbar atmet, bekommt man als Zuhörer Beklemmungen“, weiß er.

Pünktlich zu Weihnachten erhältlich

Etwas über 40 Minuten Rohmaterial haben die Sprecher gemeinsam mit Stephan Puppe erstellt, die noch durch einen musikalischen Beitrag ergänzt werden sollen. Eine Laufzeit von 45 Minuten peilt die Projektgruppe damit insgesamt an, also genug für eine ganze Schulstunde. An Schulen und Kitas und natürlich an die Sprecher selbst sollen 300 der fertigen CDs denn auch verteilt werden, 200 weitere werden laut David Krüger vom Heimatverein gegen einen Schutzpreis von zwei Euro über die Stadtinformation und die Buchhandlung verkauft. Mitte Dezember soll die CD offiziell erscheinen.

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