SPENDEN DRINGEND NÖTIG

Demminer Tafel bleibt täglich im Einsatz für Menschen in Not

Sinnlose Hamsterkäufe in den Supermärkten führen in der Coronakrise dazu, dass die Tafeln Probleme haben an Lebensmittel für Bedürftige zu kommen. In Demmin hoffen die Mitarbeiter auf viele Unterstützer.
Mit viel Engagement halten Manuela Zeidler und ihre Chefin Manuela Rades (v.l.) die Lebensmittelausgabe für die Bedü
Mit viel Engagement halten Manuela Zeidler und ihre Chefin Manuela Rades (v.l.) die Lebensmittelausgabe für die Bedürftigen bei der Demminer Tafel am Laufen. Tobias Holtz
Demmin.

„Noch kommen wir ganz gut hin, auch wenn die Lieferungen mitunter nicht mehr ganz so groß ausfallen“, sagt Manuela Zeidler, während sie gerade dabei ist, die neu eingetroffenen Lebensmittel in großen Plastikkisten zu sortieren. In Zeiten der Corona-Krise haben sie und ihre Kollegen beim Demminer Tafel e.V. alle Hände voll zu tun. Täglich müssen etliche Tüten mit Obst, Gemüse, Brot, Wurst und Molkereiprodukten gepackt werden, um die Bedürftigen in der Brinkstraße und an den sechs weiteren Ausgabestellen im Umland zu versorgen. Immerhin rund 450 Menschen sind wöchentlich auf das Angebot der Tafel angewiesen.

Die Waren stammen überwiegend von Discountern, Bäckereien und Fleischereien aus der Region, die Ehrenamtliche regelmäßig mit zwei Kühlfahrzeugen abholen. „Es ist toll, dass wir weiterhin Spenden bekommen, obwohl viele Regale in den Läden mittlerweile leergefegt sind. Auch die Tafeln in Neubrandenburg und Hamburg unterstützen uns, wo sie nur können“, erzählt die 42-Jährige, die ihrem Job seit fast zehn Jahren mit sehr viel Hingabe nachgeht.

Strenge Sicherheitsregeln

Um den vorgeschriebenen Mindestabstand bei der Arbeit einhalten zu können, sind derzeit deutlich weniger Mitarbeiter gleichzeitig im Einsatz. Dadurch geht es oft ganz schön stressig zu. Gerade zum Monatsende werden wieder besonders viele Familien erwartet. Doch für Manuela Zeidler ist das kein Problem.

„Die Ärmsten der Gesellschaft brauchen unsere Hilfe und sollen nicht noch zusätzlich unter den augenblicklichen Bedingungen leiden müssen“, betont die Demminerin. Angst, sich mit dem Virus anzustecken, hat sie keine. Ohnehin gelten neuerdings strenge Sicherheitsregeln bei der Ausgabe von Lebensmitteln. Die findet nämlich nur noch vor der Halle statt. Mit Mundschutz und Gummihandschuhen ausgestattet wird jetzt jeder Kunde einzeln bedient.

Hoffnung auf Gastronomiebetriebe

Wie Frank Münzberger, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln in MV, auf Nordkurier-Anfrage sagte, mussten von den insgesamt 28 Tafeln im Nordosten bereits sechs mit ihren Ausgabestellen geschlossen werden. Bundesweit sei es über ein Drittel. Auch wenn zu erwarten ist, dass die Lieferungen in den kommenden Wochen weiter abnehmen werden, denkt die Demminer Tafel vorerst nicht über diesen Schritt nach. „Solange wir noch Waren erhalten, bleibt die Tafel geöffnet“, versichert Leiterin Manuela Rades. Sie hofft, dass auch Restaurants und Hotels, die derzeit ihren Betrieb nicht weiterführen dürfen, Lebensmittelvorräte nicht einfach wegschmeißen, sondern an die Tafel weitergeben.

 

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