Junge Angler am Demminer Hafen: Der Demminer Angelverein "West" organisiert jedes Jahr das Jugendcamp, um den Angelnachwuchs zu fördern. Nun hat der Vereinsvorsitzende das ebenfalls traditionelle Hegefischen zum Peenfest abgesagt.
Junge Angler am Demminer Hafen: Der Demminer Angelverein „West” organisiert jedes Jahr das Jugendcamp, um den Angelnachwuchs zu fördern. Nun hat der Vereinsvorsitzende das ebenfalls traditionelle Hegefischen zum Peenfest abgesagt. Georg Wagner/Archiv
Aus Angst vor Peta

Demminer Verein sagt Traditionsangeln ab

Der Vorsitzende des Angelvereins „Demmin West” hat das traditionelle Hegefischen zum Demminer Peenefest abgesagt. Hintergrund ist das massive juristische Vorgehen von Peta gegen einzelne Angler. Die Tierschützer waren vordergründiges Thema beim Verbandstreffen am Wochenende.
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Das massive Vorgehen der Tierrechtsorganisation Peta gegen Angler zeigt erste Wirkung: Der Angelverein „Demmin West” sagt das traditionelle Hegefischen zum Demminer Peenefest ab, wie am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung des Anglerverbands „Fischwaid” Demmin zu erfahren war. Dem Verband gehören rund 20 Vereine aus dem Altkreis Demmin an.

Die Strafanzeigen von Peta gegen einzelne Angler waren das beherrschende Thema auf der Versammlung. „Das Risiko ist zu hoch”, sagte Dirk Ahlgrimm, Vorsitzender des Angelvereins „Demmin West”. Weil Peta nun gezielt Einzelpersonen anzeigt, hat Ahlgrimm das traditionelle Hegefischen zum Demminer Peenefest gerade abgesagt. Seit vielen Jahren trafen sich Angler aller Altersgruppen dafür in den frühen Morgenstunden. Am Ende wurde gewogen, wer den dicksten Fisch gefangen hatte. Für die Gewinner gab es Preise.

Prominentes Peta-Opfer ist der Rapper Marteria

Der Vorstand des Anglerverbandes bemühte sich nun zwar, den Anglern die Angst zu nehmen und sprach davon, sich nicht einschüchtern zu lassen. Wichtig sei es, sich an die Vorschrift zu halten, sprich: gefangene Fische auch zu verwerten und darauf beim Hegefischen nochmals hinzuweisen. Dirk Ahlgrimm aber reichten diese Aussagen nicht. Sie waren ihm zu vage. „Rechtssicherheit”, sagte er, „die gibt es nicht.” Auch wenn er bestreitet, damit nun vor Peta klein beizugeben. Er wolle einfach nicht, dass die Staatsanwaltschaft zu ihm kommt, wegen einer Aufgabe, die er ehrenamtlich erfüllt.

Die Angler in unserer Region sind schwer verunsichert. Sie fühlen sich von Peta ins Visier genommen. Die Tierrechtler lehnen das Angeln grundsätzlich ab. Sie nennen es Tierquälerei und werfen den Anglern vor, am Fangen und Verspeisen der Tiere reines Freizeitvergnügen zu empfinden.

Inzwischen geht Peta auch juristisch gegen Angler vor. In die Schlagzeilen geriet jüngst der Rostocker Rapper Marteria, selbst ein begeisterter Angler, der von Peta verklagt wurde. Man einigte sich außergerichtlich auf eine Zahlung von 5000 Euro. Seit Januar ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft Rostock gegen den Organisator des Warnemünder „Bootstreffens für einen guten Zweck”, bei dem es laut Peta nur darum gegangen sei, möglichst große Fische zu angeln. Peta erstattete Strafanzeige, da es sich nach Einschätzung der Aktivisten eindeutig um einen Wettbewerb handelte mit dem Ziel, möglichst große und schwere Fische zu fangen.

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