Viele Verliebte schlossen im vergangenen Jahr in Demmin nicht zum ersten Mal den Bund der Ehe.
Viele Verliebte schlossen im vergangenen Jahr in Demmin nicht zum ersten Mal den Bund der Ehe. Andreas Lander
Standesamt

Demminer Verliebte haben den 22.02.22 fest im Visier

In guten wie in schlechten – und auch in Corona-Zeiten wird geheiratet. Zwar weiterhin weniger als noch vor der Pandemie, doch ein Termin stellt jetzt schon alle in den Schatten.
Demmin

Während die meisten längst vergessen haben dürften, wie sie den 18. Juni 2021 verbracht haben, ist der Tag sechs Verliebten, ihren Freunden und Angehörigen noch ganz genau in Erinnerung.

Gleich drei Paare gaben sich an diesem Datum vor dem Demminer Standesamt das Ja-Wort. Damit war der Tag bei den hier getrauten Brautleuten so beliebt wie kein anderer im vergangenen Jahr. Warum, das bleibt das Geheimnis der Frischvermählten.

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Bekannt ist dagegen die Hochzeitsbilanz des Demminer Standesamts von 2021. Insgesamt 53 Eheschließungen kann der Standesbeamte Enrico Müller vermelden, wobei 30 Paare aus Demmin selbst stammten. Gleichgeschlechtliche Paare waren, wie bereits im Vorjahr, nicht darunter. Und auch die Anzahl der Trauungen insgesamt hat sich im Vergleich zu 2020 – damals waren es 54 gewesen – kaum geändert.

Vor der Pandemie deutlich mehr Trauungen

Noch 2019, vor Beginn der Pandemie in Deutschland, war sie dagegen deutlich höher ausgefallen. 75 Ehen waren damals in der Hansestadt geschlossen worden, allein 45 Paare stammten aus Demmin selbst. Zwar hatten ein Jahr später nicht alle Verlobten, die Terminreservierungen zurückzogen, explizit die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Bestimmungen als Grund angegeben.

Müller vermutet trotzdem, dass sie zu einigen Ausfällen und Verschiebungen geführt hat. Im zweiten Corona-Jahr hingegen blieben die Heiratspläne weitgehend bestehen. „Die meisten Paare haben sich von vornherein darauf eingestellt“, vermutet Müller. Manche entschieden sich so wohl direkt gegen eine Trauung zu Pandemie-Zeiten, andere nahmen mögliche Einschränkungen in Kauf.

Für viele nicht die erste Ehe

Von den Brautleuten, die sich im vergangenen Jahr trauten, schlossen viele den Bund der Ehe übrigens nicht zum ersten Mal. Lediglich bei 25 Paaren, also etwas weniger als der Hälfte, war es für beide die erste Eheschließung. Unüblich ist dieses Zahlenverhältnis laut Müller nicht. Zudem wollten sich wohl gerade in Corona-Zeiten viele Paare absichern, meint er.

Ob erste, zweite, dritte Ehe – Enrico Müller, der als Standesbeamter selbst schon viele Trauungen erlebt hat, weiß, dass jede Eheschließung einzigartig ist. Dennoch seien ihm auch im vergangenen Jahr einige Zeremonien besonders in Erinnerung geblieben. „Zum Beispiel hat sich ein Brautpaar erst nach über 30 Jahren Zusammenleben das Ja-Wort gegeben“, erzählt er. Bei einer anderen Trauung habe eine Braut ihrem Bräutigam ein Liebeslied vorgetragen und damit auch den Standesbeamten und die Gäste sehr berührt.

Viel Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen, bleibt im Demminer Standesamt allerdings nicht. Für dieses Jahr liegen schon mehrere Reservierungen vor. Der Rekord mit den meisten Trauungen an einem Tag von 2021 ist dabei zumindest der Planung nach schon jetzt gebrochen. Der Termin liegt ausgerechnet außerhalb der Heirats-Hochsaison und lässt trotzdem weniger an einen Zufall denken als der 18. Juni: Vier Reservierungen sind für den 22.02.2022 bereits eingegangen.

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