Für die Gesellschafter der Brauerei Demmin GmbH um Karsten Behrens (3.v.l.) war der Start in den gewerblichen Bereich ein
Für die Gesellschafter der Brauerei Demmin GmbH um Karsten Behrens (3.v.l.) war der Start in den gewerblichen Bereich ein voller Erfolg – nur die Biervorräte sind noch lange nicht ausreichend. Karsten Riemer
Bier

Demmins Brauer wollen Produktion erhöhen

Demminer Bier ist wieder in aller Munde – zumindest im übertragenden Sinn. Denn bislang ist der heimische Gerstensaft noch ein rares Gut. Und schnell ausverkauft, wenn ausgeschenkt wird. Das soll sich jedoch zeitnah ändern.
Demmin

Spätestens seit der Kunstnacht ist klar, dass die hansestädtische Brautradition ein Revival erfahren hat – offizieller gewerblicher Ausschank auf städtischen Veranstaltungen inklusive. Doch so gut die Reaktionen auf das Demminer Bier auch waren, die Brauerei um Hauptgesellschafter Karsten Behrens schlägt sich seither mit einem immensen Problem herum. Die Vorräte reichen einfach nicht. Innerhalb kürzester Zeit waren die Fässer in der Vergangenheit leer und die Flaschen verkauft – zum Unmut der Bierfreunde.

Ein Dauerzustand soll das allerdings nicht werden. „Wir haben jetzt weiter gebraut und eingelagert”, so Karsten Behrens. Doch abseits der Qualität ist es eben auch die Quantität, die über den weiteren Erfolg des Demminer Biers entscheidet. Ein Punkt, an dem die Brauerei Demmin GmbH nachjustiert hat. „Es wurden neue Lager und Reifekapazitäten geschaffen”, sagt er.

Festbier fand am meisten Anklang

Zudem wurde der Fokus bezüglich der verfügbaren Sorten neu gesetzt. Experimente und Mischbiere stehen laut Behrens vorerst nicht mehr auf der Agenda. Statt dessen werde die Kapazität der Braukessel und Lager explizit für das Festbier – welches bei zurückliegenden Veranstaltungen ohnehin am meisten Anklang fand – genutzt. „Zu kommenden Veranstaltungen hoffen wir mit mehr Menge aufwarten zu können”, sagt Behrens.

Wer sein Bier jedoch lieber aus der Flasche auf der heimischen Couch genießt, wird vorerst weiterhin Glück brauchen um einen 6er-Träger in die Finger zu bekommen. „Wir kommen mit der Flaschenproduktion nicht hinterher”, sagt er. Sobald welches abgefüllt ist, sei dieses aber sowohl in der Stadtinformation als auch im Reisebüro in der Clara-Zetkin-Straße verfügbar – und zumeist schnell wieder vergriffen.

Jede Woche Anfragen von Gaststätten

Auch beim Restaurantbesuch ist in Demmin und Umland derzeit nicht damit zu rechnen, dass Bier aus der Hansestadt zum Essen gereicht wird. „Wir bekommen jede Woche Anfragen unter anderem von kleinen Gaststätten”, sagt Behrens. Was für einen guten Leumund innerhalb kurzer Zeit spricht, bringt jedoch auch das Grundproblem erneut an die Oberfläche. „Natürlich möchten wir die, die nachfragen, gerne auch beliefern”, so der Hauptgesellschafter. Machbar ist das mit der aktuellen Produktionskapazität allerdings nicht. „Insgesamt ist es immer noch die kleinste Brauerei im Norden”, sagt er.

2022 wird sich daran auch nichts ändern – auch wenn Ideen durchaus vorhanden seien. So oder so spätestens im kommenden Jahr sollen die Vorräte deutlich größer ausfallen und entsprechend vorproduziert werden, was bisher kaum möglich war. „Den richtigen Vorrat für die kommende Saison werden wir wahrscheinlich erst im Januar, Februar und März anlegen”, sagt Behrens. Dann aber mit der Gewissheit, dass ausverkauft sein nicht mehr zur Normalität gehört.

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