Die allgemeine Kostenexplosion kommt 2023 auch bei den Demminer Fernwärmekunden an – an den Gaspreisen liegt das al
Die allgemeine Kostenexplosion kommt 2023 auch bei den Demminer Fernwärmekunden an – an den Gaspreisen liegt das allerdings nicht. Karsten Riemer
Energie-Krise

Demmins Fernwärmekunden müssen künftig mehr zahlen

Nachdem die Demminer Stadtwerke lange Zeit die Fernwärmekosten stabil halten konnten, kommt 2023 eine deutliche Erhöhung auf die Kunden zu.
Demmin

Strom- und allgemeine Energiekosten, Wasserpreise und die umfassende Inflation – schon jetzt ist klar, dass 2023 ein teures Jahr wird. Trotz Hilfspaketen der Bundesregierung. Und während Demmins Fernwärmekunden bislang zumindest bei den Heizkosten verschont geblieben sind, kommen die Stadtwerke nun nicht mehr drum herum an der Preisschraube zu drehen.

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„Diese Neukalkulation hat allerdings nichts mit der aktuellen Gasmangellage zu tun“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Schmetzke. Entsprechende Gaseinkäufe seien bereits 2021 – und damit vor der Krise – für das kommende Jahr getätigt worden.

Allgemein gestiegene Kosten, wie beispielsweise für Lohn und Material, sind dennoch der entscheidende Faktor für die geplante Erhöhung – und das mit Rückblick auf die vergangenen acht Jahre. Denn die bestehenden Preise ergeben sich, laut Schmetzke, noch aus Berechnungen von 2014 und blieben seitdem konstant.

Mehrere hundert Euro Mehrkosten im Jahr

So zahlten Kunden bislang einen Arbeitspreis von 6,29 Cent pro Kilowattstunde. Ab 2023 werden 8,65 Cent fällig. Deutlicher wird der Anstieg beim Grundpreis. Statt derzeit rund 36 Euro pro Kilowatt Anschlussleistung im Jahr sind es ab dem 1. Januar 90 Euro.

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Für ein Einfamilienhaus mit durchschnittlich 10 Kilowatt kommen demnach allein bezogen auf den Grundpreis circa 540 Euro mehr zusammen. Beim daraus resultierenden Mischpreis beliefe sich die Kostensteigerung, nach Rechnungen des Stadtwerke-Geschäftsführers, insgesamt auf durchschnittlich rund 50 Prozent.

Strompreise bisher nicht kostendeckend

Am Ende eine – mit dem Aufsichtsrat eng diskutierte – Neuberechnung, die schlichten kaufmännischen Gründen entstammt. „Ausschlaggebend für die Grundpreiserhöhung ist, dass wir es mit der alten Kalkulation nicht schaffen, die Fixkosten abzudecken“, sagt er.

Ein Problem, welches sich schon länger abgezeichnet hat. Bereits 2020 kamen die Stadtwerke hier auf Fixkosten in Höhe von 750 000 Euro – bei Erlösen von lediglich 350  000 Euro. Für Investitionen in das bestehende Netz oder eine allgemeine Erweiterung des Angebots sei das aber ein immenses Problem, dem begegnet werden müsse.

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Ob sich Demmins Fernwärmekunden mit dem deutlichen Kostensprung 2023 auf eine erneute Phase der Preisstabilität einstellen können, ist indes offen. Fest steht bisher lediglich, dass der Grundpreis für die kommenden Jahre als gesetzt gelten soll. An den Kalkulationen für 2024 hängt trotzdem ein Fragezeichen – zumindest bezogen auf den Arbeitspreis.

„Wir haben noch kein Gasangebot bekommen“, sagt Schmetzke. Mittels einer vertraglich geregelten sogenannten Preisgleitklausel werden Veränderungen in diesem Bereich dann künftig abgebildet. Heißt für die Kunden: Steigt der Beschaffungspreis weiter, wird das Heizen teurer. Sinkt er, sinkt auch der monatliche Abschlag.

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