VON SCHWERER KRANKHEIT ERHOLT

Der Liebste schenkte ihr ein zweites Leben

Jaqueline Stegink-Moeller war lange krank, jetzt geht es der Demminerin wieder besser. Deshalb möchte sie sich bei einem besonderen Menschen bedanken.
Lea Biermann Lea Biermann
Gesund und glücklich: Jaqueline Stegink-Moeller mit ihrem Mann Gerry-Jan.
Gesund und glücklich: Jaqueline Stegink-Moeller mit ihrem Mann Gerry-Jan. ZVG Jaqueline Stegink-Moeller
Demmin.

Als Jaqueline und Gerry-Jan sich kennenlernten, war sie bereits an Zystennieren erkrankt. Bei dieser meist erblich bedingten Krankheit bilden sich an der Niere mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die die Filterfunktionen der Niere wesentlich einschränken. Laut Angaben des Familiäre Zystennieren e.V. sind in Deutschland mehr als 50 000 Menschen betroffen. Die Krankheit ist eine häufige Ursache für dauerhaftes Nierenversagen, muss jedoch nicht behandelt werden, wenn sie keine Beschwerden verursacht. So war es zunächst auch bei Jaqueline. Erst nach ihren drei Schwangerschaften bekam sie die Nierenerkrankung zu spüren.

In den Jahren danach wurde ihr Kreatinin-Wert immer schlechter. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt, welches in den Muskeln aus Kreatin gebildet wird. Da es hauptsächlich über die Niere ausgeschieden wird, kann die Höhe des Kreatinins im Blut Aufschluss über die Nierenfunktion geben. Um den Verlauf der Krankheit aufzuhalten, beteiligte sich Jaqueline an einer medizinischen Studie in Dresden. Im Dezember 2017 waren ihre Werte trotzdem so schlecht, dass sie an der Studie nicht mehr weiter teilnehmen konnte. Bereits 2016 wurde Jaqueline vom Demminer Arzt Dr.  Plüer behandelt. Trotz aller Bemühungen mussten sie im Februar 2019 mit der Dialyse beginnen. Zu diesem Zeitpunkt begann auch die Testprozedur, ob Jaquelines Mann ihr möglicherweise eine Niere spenden könnte.

Es folgte eine anstrengende Zeit mit vielen Untersuchengen und damit verbundenen Fahrten ins Transplantationszentrum nach Lübeck. Obwohl Jaqueline und Gerry-Jan unterschiedliche Blutgruppen haben, war die Transplantation möglich und es wurde schlussendlich ein Termin für Dezember vereinbart.

Operation und Transplantation verliefen gut

Nebenher lief die anstrengende Dialyse weiter, erzählt Jaqueline. „Die wurde mir jedoch durch das tolle Team und die anderen Patienten sehr erträglich gemacht.“ Wegen der verschiedenen Blutgruppen musste sie schon zehn Tage früher ins Krankenhaus, um sich zusätzlichen Behandlungen zu unterziehen. Ihr Ehemann wurde zuerst operiert, während Jaqueline nun auch um seine Gesundheit bangte. Doch die Operation und Transplantation verliefen gut, weshalb er neun Tage und Jaqueline 14 Tage nach der Operation entlassen werden konnten. „Pünktlich zu Weihnachten“. Jaquelines Körper hat die Niere gut angenommen und arbeitet so, dass ihre Kreatinin-Werte nun im Normalbereich liegen. Auch ihr Mann spürt bis jetzt keine Einschränkungen, berichtet sie bei einem Besuch in der Nordkurier-Redaktion.

„Ich kann ihm nicht oft genug dafür danken, dieses Risiko auf sich genommen und mir so eine zweite Chance gegeben zu haben“, sagt Jaqueline. In diesem Jahr muss sie sich noch schonen, um das Abstoßungs-Risiko gering zu halten. Außerdem erzählt sie von ihren Kindern und ihrer Mutter, die in diesen schweren Zeiten so eine große Unterstützung waren. Bei ihnen, sowie dem Rest der Familie, ihren Freunden, Kunden und Kollegen möchte sie sich ebenfalls bedanken.

Jaqueline Stegink-Möller hofft, dass sie die Niere noch lange behält und so allen, und vor allem ihrem Mann, etwas zurückgeben kann. „Menschen, die eine Niere benötigen, warten oft jahrelang und sind während dieser Zeit durch die Dialyse stark in ihrem Leben eingeschränkt. Mir blieb dieses Schicksal durch meinen lieben Mann Gerry-Jan Stegink glücklicherweise erspart.“

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