Propst Gerd Pankin (l.) und Demmins Bürgermeister Michael Koch überreichten bei der Weihnachtsfeier der Tafel Anfang
Propst Gerd Pankin (l.) und Demmins Bürgermeister Michael Koch überreichten bei der Weihnachtsfeier der Tafel Anfang Dezember kleine Präsente. Eine Spende der AfD wollte der Träger der Tafel aber nicht annehmen. Lea Biermann
Spende für die Tafel

Diakonie rechtfertigt Entscheidung gegen AfD-Geld

200 Euro hatte die Demminer AfD auf das Konto der Tafel überwiesen. Doch das Geld wurde vom Träger zurücküberwiesen. Nun hat sich die Geschäftsführung des Kreisdiakonischen Werks zu den Gründen geäußert.
Demmin

Mit einer Spende wollte die AfD-Fraktion in Demmin die Weihnachtsfeier der örtlichen Tafel unterstützen. Das Kreisdiakonische Werk Greifswald (KDW) hatte das Geld allerdings kurz vor Heiligabend kommentarlos zurücküberwiesen. Das stieß bei der Partei auf Unverständnis. „Wir werden es nicht zulassen, dass die Menschen, die dringend Hilfe brauchen, unter der Arroganz der Entscheidungsträger zu leiden haben. Was hier passiert, ist wirklich eine Schande“, kritisierte die AfD-Fraktions-Chefin Norina Mittendorf die Vorgehensweise des kirchlichen Trägers.

Heftige Kritik an dem Weltbild der AfD

Diakonie-Geschäftsführers Jörg Raddatz äußerte sich nun zu dem Vorfall. „Eine Annahme der Spende würde allen Werten, für die die Diakonie steht, widersprechen“, begründete er die Entscheidung. Spätestens mit dem Erstarken des sogenannten ‚Flügels‘ innerhalb der Partei, aber auch schon vorher, sei die AfD eine Gruppierung mit nationalistischen sowie rechtsextremen Tendenzen und Vorstellungen. Zudem hätte sich Mitarbeiterin der Demminer Tafel damals ohne vorherige Absprache mit der Geschäftsführung an die Stadtvertreter-Fraktion gewandt und dort um finanzielle Unterstützung gebeten.

AfD will sich so nicht abspeisen lassen

„Auch wenn es in der Demminer AfD Menschen mit weniger extremistischen Einstellungen geben sollte, so muss doch klar sein, dass diese allein mit ihrer Mitgliedschaft in der AfD diese Tendenzen unterstützen“, argumentierte die stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisdiakonischen Werks, Britta Heinrich.

Die Demminer AfD will trotzdem weiterhin an ihren ursprünglichem Vorhaben festhalten, wie Norina Mittendorf am Freitag auf Nordkurier-Anfrage bestätigte. „Die Hilfe soll da ankommen, wo sie gebraucht wird“, so die Fraktionsvorsitzende. In den nächsten Tage wolle man innerhalb der Partei darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, die Tafel in Demmin anstatt durch Geld lieber mit Sachspenden zu unterstützen, hieß es.

 

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