NOSTALGIE IM DEMMINER LAND

Die DDR lebt, aber nur im Museum

Anbauwände, NVA-Uniformen oder Pittiplatsch und Schnatterinchen: DDR-Geschichte live erleben kann man in einem Museum in Tutow. Requisiten aus der Zeit vor 25 Jahren wurden sogar schon für Filmaufnahmen gebraucht.
Gudrun Herzberg Gudrun Herzberg
Alte Uniformen und Autos aus DDR-Zeiten, so wird der Besucher am Eingang des DDR-Museums in Tutow begrüßt.
Alte Uniformen und Autos aus DDR-Zeiten, so wird der Besucher am Eingang des DDR-Museums in Tutow begrüßt. Gudrun Herzberg
Tutow.

„Wir haben mit unseren Sachen aus dem DDR-Museum schon bei einer Sendung von Günther Jauch mitgespielt. Der Moderator wollte als Aprilscherz die DDR wieder aufleben lassen“, erzählt Fred Spiegel und lacht. Neubaublöcke in Tutow wurden dafür mit Fahnen geflaggt. Das sei schon ein Schauspiel gewesen. Kathleen Görß, die Besitzerin des DDR-Museums in Tutow, und Fred Spiegel leben mit den vielen Gegenständen aus der Zeit vor über 25 Jahren – mittendrin.

Geht man ins Museum, ertönen Pionierlieder, am Eingang stehen Puppen in NVA-Uniform, von der Wand schauen Erich Honecker und Co. den Besuchern über die Schulter. Werden alle diese Dinge eigentlich noch gebraucht? „Ja, das ist doch unsere Geschichte. Und es kommen auch Regisseure zu uns, die für Dreharbeiten das eine oder andere Requisit noch gebrauchen können. Da sind wir natürlich gern behilflich, aber wir wollen alle diese Sachen auch wieder zurück haben. Das ist manchmal schwer“, meint Fred Spiegel. Seit der Wende kümmert er sich mit Kathleen Görß um das DDR-Museum, hatte die Idee und hat sie immer weiter ausgebaut. „Das Interesse an der Vergangenheit ist da. Besonders im Sommer kommen viele Touristen. Aber auch Leute aus der Region schauen gern mit ihrem Besuch hier rein“, meint er.

Dann heißt es immer, „so eine Kaffeemaschine hatten wir auch zu Hause oder die Anbauwand stand auch bei uns im Wohnzimmer“. Die Erinnerungen sind da. Die Großeltern erzählen ihren Enkeln von dieser Zeit. Im Tutower DDR-Museum wurde in einer großen Halle, der ehemaligen Konservenfabrik von Tutow, alles nachgestellt. Da gibt es eine original eingerichtete Küche, ein Wohnzimmer, ein Kinderzimmer, auch eine Schulbank mit den alten Büchern und Schultaschen. „Wir haben am Anfang auf Flohmärkten eingekauft, aber dann bekamen wir auch die Möglichkeit, viele Dinge bei Haushaltsauflösungen zu erwerben“, erzählt Kathleen Görß. Erst in der vergangenen Woche habe man aus Berlin wieder nach einer Haushaltsauflösung eine Menge Dinge für das Museum holen können.

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