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Ärger in Alt-Kentzlin mit der Telekom

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Die lange Odyssee nach dem Leitungsriss

Etwa 200 Meter vor dem Dorfrand hatten sie ein zerrissenes Telefonkabel gefunden, das an einem Feldrand am Boden lag. An mehreren Masten hing die Leitung in großen Schlaufen bis zum Boden durch.
Etwa 200 Meter vor dem Dorfrand hatten sie ein zerrissenes Telefonkabel gefunden, das an einem Feldrand am Boden lag. An mehreren Masten hing die Leitung in großen Schlaufen bis zum Boden durch.
Birger Schütz

Plötzlich ohne Festnetz und Internet: In Alt-Kentzlin ist in der vergangenen Woche die DSL-Leitung in das Dorf von Unbekannten gekappt worden. Auf der Suche nach Hilfe erlebte ein Anwohner dann ein tagelanges Tohuwabohu mit der Telekom.

Als sich Horst Sander am vergangenen Donnerstag an seinen Computer setzte, kam ihm gleich etwas komisch vor. „Nach dem Anklicken hat sich der Mauspfeil gedreht und es konnte keine Verbindung zum Internet hergestellt werden“, erinnert sich der 74-jährige Alt-Kentzliner, der morgens für gewöhnlich die neuesten Nachrichten im Netz studiert. Nach einigen Klicks durch die Einstellungen des Rechners war dem computer-affinen Rentner alles klar. „Die DSL-Verbindung war weg“, erklärt er. „Und damit auch jeder Festnetzanschluss der Telekom.“

Auch andere Alt-Kentzliner saßen plötzlich ohne Verbindung zur Außenwelt da. Nur Besitzer eines teuren Hybrid-Funk-Anschlusses konnten noch über Funk telefonieren oder im Netz surfen. „Aber die meisten Leute haben so eine Lösung nicht“, erklärt der Anwohner. „Bei unserem Altersdurchschnitt!“

Warten auf Techniker ohne Erfolg

Auf der Suche nach Hilfe wandte sich Horst Sander an die Störungsstelle der Telekom. „Ich hatte zufällig mein Nothandy mit einer Prepaid-Karte dabei, sonst hätte ich das gar nicht melden können!“ Was dann folgte, beschreibt er als eine „tagelange Odyssee“. So habe die Störungsstelle zugesagt, am nächsten Tag einen Techniker vorbeizuschicken. Dieser werde sich zuvor per Handy melden. Nur wenig später bekam Horst Sander auch eine SMS. „Der Techniker ist bald bei ihnen“, hieß es dort.

Der Rentner ließ sich davon nicht irritieren und wartete den ganzen Freitag auf den angekündigten Techniker. Bei seinem Schwager, der über einen der raren Funk-Anschlüsse verfügt, schaute er auf der Telekom-Seite immer wieder nach dem Stand seiner Anfrage. „Da stand, der Techniker würde innerhalb der nächsten 30 Minuten eintreffen.“ Doch der Mann tauchte nicht auf. Auch der angekündigte Anruf blieb aus. Erst abends gab es eine neue Meldung. Wegen einer Störung sei der Termin auf Sonnabend verschoben worden. Dann wieder eine SMS. „Konnten wir ihr Anliegen lösen?“, zitiert Horst Sander ärgerlich. „Da weiß doch die linke Hand nicht, was die rechte macht!“

Zerrissenes Telefonkabel an Feldrand gefunden

Am Sonnabend dann dasselbe Spiel. „Ich habe ein Essen mit Freunden abgesagt, weil ich den ganzen Tag warten musste“, beschwert sich Horst Sander. Doch trotz Ankündigung kam niemand. Am Nachmittag stießen Nachbarn dann auf den Grund für den Ausfall der DSL-Leitung: Etwa 200 Meter vor dem Dorfrand hatten sie ein zerrissenes Telefonkabel gefunden, das an einem Feldrand am Boden lag. An mehreren Masten hing die Leitung in großen Schlaufen bis zum Boden durch. „Das hat wahrscheinlich eine größere Landmaschine mit Aufsatz heruntergerissen“, vermutet Horst Sander, der seine Beobachtung umgehend der Störungszentrale meldete. Diese vertröstete ihn auf Montag, Techniker einer Vertragsfirma hätten den Schaden nicht bemerkt. Doch erst am Dienstag rückten Fachkräfte aus Neustrelitz an. „Das ist einfach unzumutbar!“, findet Horst Sander. Die Arbeiten sollten nun spätestens bis zum Mittwoch abgeschlossen sein.

Georg von Wagner kann den geballten Unmut nachvollziehen. „Das ist echt ärgerlich und dusselig, wie das gelaufen ist“, gibt der Telekom-Sprecher zu. Man müsse nun analysieren, wie es zu den falschen Terminzusagen gekommen sei. „Die Kunden tagelang zu Hause zu binden, geht natürlich nicht“, sagt er. „Das verärgert sie!“ Die Reaktionszeit der Telekom betrachte er aber als „völlig normal“. Das Finden der Fehlerquelle und das Beauftragen von Reparaturfirmen benötige eben etwas Zeit.

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