IMPFPFLICHT

Die Masern haben es an der Peene schwer

Die Impfpflicht gegen Masern kommt am 1. März. In Demmin und Jarmen haben Masern in Kitas aber schon seit jeher kaum eine Chance. Hier ist der Impfpass das Aufnahmekriterium.
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Ein kleiner Pikser und der Eintrag in den Impfpass sind ab März in allen Kindertagesstätten die Voraussetzung für die Betreuung. Julian Stratenschulte
Demmin ·

Hohes Fieber, Schwäche, roter Ausschlag auf der Haut – in Verbindung mit schweren Krankheitsverläufen, wie Lungen- und Hirnhautentzündungen, gelten die Masern als eine der gefährlichsten Kinderkrankheiten überhaupt. Um die Impfraten stabil zu halten beziehungsweise sogar zu erhöhen, gilt ab März in der Bundesrepublik eine Impfpflicht für Kindertageseinrichtungen. Was die Politik als Erfolg feiert, ändert an den ohnehin bestehenden Regeln der Kindergärten in der Region nur wenig.

Hohe Impfrate in der Region

„Die Impfpflicht ist ein wichtiger und auch notwendiger Schritt. Nur weil es nicht jeden Tag neue Fälle bei uns gibt, heißt dies nicht, die Krankheit ist gebannt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Das Land Mecklenburg-Vorpommern liegt im bundesweiten Vergleich der Impfungsrate jedoch bereits jetzt weit vorne. Laut Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales(LAGuS) wurden in den vergangenen 19 Jahren nur 49 Masern-Infektionen registriert. „Das sind mit Abstand die wenigsten Masern-Erkrankungen aller Bundesländer in diesem Zeitraum“, so Glawe. Allgemein ist Mecklenburg-Vorpommern neben Brandenburg das einzige Bundesland, das in der Altersgruppe der Abc-Schützen mit 95,5 Prozent die für die Masern-Eliminierung empfohlene Impfquote erreicht.

Pflicht auch für die Mitarbeiter

Das Thema Impfen ist also demnach eine Selbstverständlichkeit. Das zeigt sich auch in der ASB-Kita „Kinderland“ in Demmin. Streitgespräche mit Eltern über das Impfen gibt es offenbar nicht. „An Problemfälle kann mich nicht erinnern“, so die stellvertretende Leiterin Marlen Meinke. Allgemein sei ein vollständiger Impfpass seit jeher ein Aufnahmekriterium in der Einrichtung. „Wir stehen da wirklich hinter und sind froh, dass die Krankheit nicht mehr vorgekommen ist“, sagt Meinke. Auch die Mitarbeiter seien alle vorbildlich durchgeimpft. „Da achtet auch der Arbeitgeber drauf“, so die stellvertretende Leiterin.

Bei fehlendem Nachweis keine Aufnahme

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in der Kindertagesstätte „Friedrich Fröbel“ in Jarmen. „Bisher hatten wir keine impfmüden Eltern“, so die Kita-Leitung Martina Kleeberg. Auch in ihrer Einrichtung wurde bereits vor der aktuellen Pflicht auf den Impfstatus der Kinder geachtet. „Jetzt kopieren wir den Impfausweis auch“, sagt sie. Zusätzlich lässt sie sich den Masernschutz nachweisen. „Spätestens am ersten Tag, an dem das Kind in die Einrichtung kommt, muss das vorliegen“, so Kleeberg. Bei fehlenden Nachweisen sei keine Aufnahme gestattet. Das gilt auch für die Mitarbeiter. „Die müssen das auch nachweisen“, so die Leiterin.

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