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Die Zetkinstraße kommt Bauherren besonders teuer

VonGeorg WagnerVor einem Grundstückskauf kann sich der Blick in die Bodenrichtwertkarte des Kreises lohnen. Sie gibt Anhaltspunkte für ...

Dietmar Schmidt

VonGeorg Wagner

Vor einem Grundstückskauf kann sich der Blick in die Bodenrichtwertkarte des Kreises lohnen. Sie gibt Anhaltspunkte für Baulandpreise.

Demmin.Wer in Demmin bauen und wenig Geld für das Grundstück ausgeben will, der sollte sich in Siebeneichen umsehen. Denn dort ist der Richtwert für Bauland mit 8 Euro je Quadratmeter am niedrigsten im gesamten Stadtgebiet. Besonders teuer kommen Baugrundstücke dagegen im östlichen Teil der Clara-Zetkin-Straße. Mit 100 Euro je Quadratmeter liegt dieser Bereich an der Spitze. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Festpreise, sondern um Richtwerte.
Ermittelt hat sie der Gutachterausschuss des Landkreises, der im vergangenen Jahr 3980 Vertragsabschlüsse für Grundstücksgeschäfte auswertete. Seit kurzem liegt nun die aktuelle Fassung der daraus entwickelten Bodenrichtwertkarte vor. „Die“, sagt Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt, „ist für uns wie ein Gebetbuch.“ Denn während bei Privatleuten und privaten Unternehmen die Baulandpreise frei verhandelbar sind, müssen sich Kommunen laut Schmidt zunächst an die Richtwerte halten. Erst wenn nach mehreren Anläufen kein Kauf oder Verkauf zustande komme, könnten auch sie die Preise frei aushandeln.
Dem entsprechend oft werfen die Mitarbeiter des Rathauses Blicke in die Bodenrichtwertkarte. „Sie wird bei uns sehr viel verwendet“, sagt Schmidt. Dabei wird ihnen nicht nur der Unterschied der Richtwertpreise innerhalb des Stadtgebietes auffallen. Starke Schwankungen gibt es vielmehr auch innerhalb des Großkreises.
In Waren (Müritz) etwa weist die Richtwertkarte den höchsten Wert mit 170 Euro je Quadratmeter aus. Der betreffende Bereich liegt in der Innenstadt direkt westlich des Neuen Marktes. Aber auch in der Touristenstadt geht es billiger. 13 Euro sind die untere Grenze.
Natürlich geht es noch ein Stück teurer. Am Neubrandenburger Marktplatz liegt der Quadratmeterrichtpreis bei 340 Euro, während ein Teil der Ihlenfelder Straße dort mit 22 Euro besonders billig ausfällt. Allerdings ist das keine Wohngegend, sondern ein Gewerbegebiet.
Wer indes die Stadt nicht braucht, muss oft weit weniger tief in die Tasche greifen. Ganze 6 Euro beträgt beispielsweise der Richtwert für den Quadratmeter ortsüblich erschlossenen Baulandes in Hohenbollentin, 8 Euro in Siedenbrünzow.
Werte, die auch für Grundstücksmakler interessant sein können. Denn weil für sie abgeschlossene Kaufverträge ausgewertet werden, spiegeln sie ein Stück des tatsächlichen Marktes wider. „Das“, sagt Peter-Georg Wagner vom Immobilienverband Deutschland, „ist für jedermann von Bedeutung.“
Wer die Karte einsehen will, kann sie im Internet finden: www.lk-mecklenburgische-
seenplatte.de/Landkreis/
Geoportal

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g.wagner@nordkurier.de