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Diebe knacken Bootsschuppen

Die Bootshauskolonie am Loitzer Badekanal war schon so oft Ziel von Diebstählen, dass die Besitzer ihre Schuppen sichern wie Schließfächer. Was Einbrecher nicht abhält.
Die Bootshauskolonie am Loitzer Badekanal war schon so oft Ziel von Diebstählen, dass die Besitzer ihre Schuppen sichern wie Schließfächer. Was Einbrecher nicht abhält.
Thoralf Plath

Zum Glück ist nur eine Motorsense weg: Die Bootshausanlage am Loitzer Badekanal ist wieder Mal Ziel eines Diebstahls geworden. Dabei ist sie schon gesichert wie ein Bankschließfach. Die bange Frage: Werden sie wiederkommen?

Mit drei Schlössern hat Dieter Langwald seine Tür gesichert, auf der Innenseite des Rahmens halten massive Edelstahlwinkel die Stellung. „Ich war eine Zeitlang jedes Jahr Mode“, erzählt er. Irgendwann war es ihm über, sich jedes Mal über die Diebstähle zu ärgern und die Spuren der Einbrüche an seinem Bootshaus am Loitzer Badekanal zu reparieren. Er sicherte die Tür des Schuppens wie ein Bankschließfach. „Seitdem gehts“, sagt er. „Die Ganoven merken ziemlich schnell, wo sie nicht reinkommen. Dann lassen sie ab.“ Hofft er jedenfalls. Und hatte dieses Mal auch Glück.

Wirklich leicht zu knacken ist keiner der Schuppen in der Kolonie mehr, weder wasserseitig noch von Land her. Vergitterte Fenster, massiv gesicherte Klapptore, Verriegelungen so raffiniert, dass es schon fast patentverdächtig scheint – und überall Schlösser, Schlösser, Schlösser. Die Loitzer Bootshausleute haben Erfahrung mit ungebetenem Besuch. Und rüsteten auf. Schaden macht klüger.

Die Polizei entdeckt den Schaden

Vielleicht hatten sie darum so lange Ruhe vor Dieben. Doch in der Nacht zu Montag kamen sie zurück. Geht das jetzt wieder los? „Zum Glück ist wohl nur die Motorsense weg. Bootsmotoren wären schlimmer“, sagt Frank Baresel. Er entdeckte den Einbruch gleich am frühen Montagmorgen. Der Mann hat einen Blick für so was: Er ist Polizist in Demmin.

Eigentlich wollte Baresel nur zum Angeln, er hat eine Bootsgarage in der Anlage an der Badeanstalt. „Wir hatten uns gerade noch gefreut, so lange keine Einbrüche mehr. Aber jetzt im Hebst beginnt eben wieder die klassische Zeit dafür.“ Zu holen sei in der Kolonie an und für sich wenig, meint Baresel. „Die meisten von uns passen doch längst auf, hier nichts Wertvolles zu deponieren. Aber Angelausrüstungen und vor allem Motoren, darauf sind die Diebe immer scharf.“

Und das Bier? Kein Interesse

Im ersten Fall dieses Jahres am Loitzer Badekanal rückten die Langfinger wohl mit schwerem Gerät an. Der massive Überwurfriegel an dem geknackten Schuppen war nur mit einem großen Bolzenschneider zu schaffen. In ein zweites Bootshaus wurde ebenfalls eingebrochen, dem erstem Eindruck nach fehlt dort aber nichts. Noch sind die Ermittlungen der Greifswalder Kripo allerdings nicht abgeschlossen.

Die Diebe scheinen aber auch wählerisch zu sein: Der neben der gestohlenen Motorsense geparkte Rasenmäher war ihnen wohl zu alt. Und auch der Kasten Bier, von der Saisonabschlussfeier übrig, blieb stehen. Es war alkoholfrei.