Die Pädagogin und Künstlerin Antje Köpnick bei den Vorbereitungen ihrer aktuellen Ausstellung, die sie im Rahme
Die Pädagogin und Künstlerin Antje Köpnick bei den Vorbereitungen ihrer aktuellen Ausstellung, die sie im Rahmen des „Festivals up Platt“ in Greifswald präsentiert. Ulrike Rosenstädt
In ihrem Vorbeiner Arbeitszimmer sind bereits vorab einige Blicke auf ihre neusten Arbeiten erlaubt. Auch in diesem Jahr bring
In ihrem Vorbeiner Arbeitszimmer sind bereits vorab einige Blicke auf ihre neusten Arbeiten erlaubt. Auch in diesem Jahr bringt sie wieder einen Deerns-Kalender heraus. Ulrike Rosenstädt
In der Ausstellung in Greifswald zeigt die Frau, die Plattdeutsch liebt, vor allem Collagen, die auch Brücken zum Niederd
In der Ausstellung in Greifswald zeigt die Frau, die Plattdeutsch liebt, vor allem Collagen, die auch Brücken zum Niederdeutschen bauen. Ulrike Rosenstädt
Die Künstlerin Antje Köpnick ist auch bei ihren grafischen Arbeiten offen für einen Mix aus Altem und Neuem. Fo
Die Künstlerin Antje Köpnick ist auch bei ihren grafischen Arbeiten offen für einen Mix aus Altem und Neuem. Ulrike Rosenstädt
Festival up Platt

Diese Künstlerin steht auf Plattdeutsch

Antje Köpenick geht es darum, Niederdeutsch zu erhalten und in den Alltag zu integrieren. Deshalb beteiligt sie sich am „Festival up Platt” in Greifswald.
Vorbein

„Dach ok. Gout, dat sei kåmen.“ Also diese nette Begrüßung kann auch jemand verstehen, für den Plattdeutsch so etwas wie eine Fremdsprache ist. Je mehr Worte die Lehrerin und Künstlerin Antje Köpnick auf Platt zum Klingen bringt, um so größer wird die Lust, sich ihr zu nähern, dieser Sprache, die Eltern und vor allem Großeltern einst beherrschten, wie deren Enkel heute Englisch oder Französisch. 

Platt gehört zum Alltag, aber auch zum Beruf

Die Frau aus Vorbein, einem Ortsteil von Loitz, die sich aktuell am Greifswalder „Festival up Platt“ beteiligt, kam früh mit dem Niederdeutschen in Berührung: „Ich komme aus Stavenhagen, bin in der Fritz-Reuter-Stadt geboren. Da ist es vorprogrammiert, liegt es nahe, dass man von Platt schon im frühen Kindesalter etwas mitbekommt“, erzählte Antje Köpenick jüngst in einem Gespräch mit dem Nordkurier.

Dass es ihr richtig Freude, Spaß und ein gutes Lebensgefühl bereitet, Plattdeutsch zu sprechen, ist ihr regelrecht anzusehen. „Ich mag die Sprache sehr, bin immer dran geblieben und hatte auch das große Glück, dass in der Familie meines Mannes, der selbst perfekt Platt spricht, sich sehr viel auf Niederdeutsch unterhalten wird. So habe ich viel dazu gelernt und lerne bis heute“, zollt sie ihrer Familie Respekt und Dank gleichermaßen.

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Allerdings beherrscht die 41-Jährige inzwischen die Sprache wahrscheinlich auch schon perfekt, denn nicht von ungefähr ist sie seit einigen Monaten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik an der Greifswalder Universität tätig. Diese neue berufliche Chance hat die Lehrerin gern ergriffen: „Mein Interesse an der Sprache, meine Freude sie im Alltag anzuwenden, auch mein Wunsch, andere mit dieser Begeisterung anzustecken, etwas für den Erhalt des Niederdeutschen zu tun, alles hat sich Schritt für Schritt gefügt. Das ist wirklich schön, ich bin sehr froh darüber.“

Ausstellung noch bis Ende Juni zu sehen

Auch ihre grafischen Arbeiten, wie die Deerns-Kalender, versieht die Gestalterin mit plattdeutschen Sprichwörtern oder kleinen Wortspielen, die den Betrachter und Nutzer zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Schon klar, warum Imke Freiberg, die Leiterin des Sozio-Kulturellen Zentrums St. Spiritus in Greifswald, die Vorbeinerin gefragt hat, ob sie im Rahmen des „Festivals up Platt“ eine Ausstellung präsentieren möchte. Lange bitten ließ sich Antje Köpenick nicht, denn jede Gelegenheit, um Plattdeutsch bekannter zum machen, nimmt sie gerne an.

Die Greifswalder Kultureinrichtung beteiligt sich mit dem Festival an den vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern initiierten plattdeutschen Wochen. Das Festival, das unter anderem ein Konzert mit der Hamburger „Tüdelband“ bietet, die Greifswald mit plattdeutschem Indiepop rocken möchte, dauert bis zum 12. Juni.

Die Ausstellung von Antje Köpenick aus Vorbein ist sogar bis zum Ende des Monats im St. Spiritus, Lange Straße 49-51 zu sehen. Wer sich die Illustrationen anschauen möchte, der ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr willkommen. Noch mehr Infos zum plattdeutschen Festival gibt‘s unter www.kulturzentrum.greifswald.de

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