ÄRGER UM 60ER-ZONE

Dieses Schild bringt Medrower auf die Palme

Weil sich ein Bürger beschwerte, hat Medrow an der L 27 kein gelbes Ortseingangsschild mehr. Die 50 km/h sind passé. Die Rechtslage ist eindeutig: Laut Straßenverkehrsordnung zählt der Ort als freie Strecke.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Medrow an der Landesstraße L 27 ist keine Ortsdurchfahrt mehr. Nie war es ein Problem, doch nun wurde das gelbe Ortsschild weggenommen und ein grünes Schild aufgebaut.
Medrow an der Landesstraße L 27 ist keine Ortsdurchfahrt mehr. Nie war es ein Problem, doch nun wurde das gelbe Ortsschild weggenommen und ein grünes Schild aufgebaut. Kirsten Gehrke
Nosendorf.

Das Dorf Medrow fing immer an der Landesstraße 27 an, war entsprechend mit einem gelben Ortseingangsschild gekennzeichnet. Doch das gilt nicht mehr. Jetzt steht eine grüne sogenannte Weilertafel an der Landesstraße. Die Geschwindigkeit wurde auf 60 km/h erhöht. Das schmeckt Nossendorfs Bürgermeister Fred Schult gar nicht. „Ich habe dafür kein Verständnis“, sagt er. Schulkinder müssen die Straße überqueren zur Bushaltestelle. „Wir haben keinen Gehweg und keinen Radweg.“ Sein Widerspruch, den er eingelegt hat, sei abgelehnt worden. Unabhängig davon hat auch Abgeordneter Falco Kraenz bei den Behörden nachgefragt. Zuerst sei er ignoriert worden, habe dann nur eine schwammige Antwort erhalten. Das Dorf sei 772 Jahre alt, nie sei einer auf die Idee gekommen, ein Schild aufzuheben. „Die Entscheidung ist ohne Sinn und Verstand“, schimpft er. Der junge Mann fordert, dass die Gemeinde einen offenen Brief ans Ministerium schreiben soll.

"Rücknahme unwahrscheinlich"

Das sieht Peter Handsche, Leiter der Unteren Verkehrsbehörde beim Landkreis, anders. Er macht den Medrowern keine Hoffnung, dass die Entscheidung zurückgenommen wird. Die Rechtslage sei eindeutig. Ein gelbes Ortseingangsschild sei in der Regel nur dort anzubringen, wenn der Ort eine geschlossene Bebauung hat. Das treffe für Medrow an der L 27 nicht zu.

Beschwerde als Auslöser

Dass die Situation jetzt so ist, haben die Medrower einem verärgerten Bürger zu verdanken, der geblitzt worden sein soll. Der hat sich beim Verkehrsministerium beschwert, dass die Beschilderung nicht rechtmäßig sei. Das wurde geprüft und bestätigt. „Wir haben uns vor Ort das dann angeguckt“, erklärt Handsche. Im normalen Fall bräuchte gar kein Schild in Medrow dort stehen. Weil es eine freie Strecke ist. Damit sich aber zum Beispiel Rettungskräfte zurechtfinden, werden die grünen Tafeln mit dem Ortsnamen aufgestellt. In der Regel dürfe dann 100 km/h gefahren werden. Weil in Medrow aber die Menschen an 50 km/h gewöhnt waren, habe man sich für das mildeste Mittel entschieden, für eine 60er-Zone.

 

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