ERHOLUNG

Durch die Corona-Krise gewinnt der Wald an Bedeutung

Die Seele einfach baumeln lassen, das kann man besonders schön in der Natur. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo Abstand gefragt ist.
Forstamtsleiter Robert-Marc Berger, hier mit seiner Hündin Anka, bestaunt die blaublütige Scilla.
Forstamtsleiter Robert-Marc Berger, hier mit seiner Hündin Anka, bestaunt die blaublütige Scilla.
Eine kleine Seltenheit im Demminer Stadtwald: Bärlauch.
Eine kleine Seltenheit im Demminer Stadtwald: Bärlauch. Kai Horstmann
Der Wald bietet allerhand Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten.
Der Wald bietet allerhand Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Kai Horstmann
Demmin.

Kontaktsperre bis nach Ostern und selbst ein Kurzausflug an die Ostsee wird an den Feiertagen nicht erlaubt sein. Doch es gibt eine gute Alternative zum fehlenden Freizeitangebot, wie Robert-Marc Berger, Leiter des Forstamtes Poggendorf, weiß: Der Wald direkt vor den Toren der Hansestadt Demmin. Unter anderem ist er hoheitlich zuständig für das Waldgebiet Sandbergtannen. Auch die Stadtväter wissen um die Bedeutung des Waldes und planen hier in einiger Zeit, einen Walderlebnispfad zu errichten, was die Attraktivität noch einmal steigern soll. Doch jetzt schon gibt es allerhand zu bestaunen. „Wir haben jetzt Frühlingsanfang und da erblühen die ersten Blumen. Gerade die Buschwindröschen sind sehr oft zu sehen. Die Vögel beginnen zu balzen und der Specht ist auch wieder überall zu hören. Das lenkt einen ab von der Corona-Krise“, empfiehlt Robert-Marc Berger.

Ein paar Dinge sollten Spaziergänger aber beachten

Der Wald ist nicht nur des Deutschen liebstes Erholungsgebiet, sondern bietet auch einen natürlichen Schutz gegen die Verbreitung des Virus. Denn Familien, die hier etwas zusammen unternehmen, halten dabei fast automatisch einen sicheren Abstand zu anderen Menschen ein. „Wir wissen natürlich, dass der Wald bei den Bürgern sehr beliebt ist und einen großen Erholungsfaktor liefert. Aber dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die Besucher achten sollten. So müssen Waldarbeiten durchgeführt werden, die auch dem Schutz der Bevölkerung dienen, wie am Jahresende in der Allee Devener Holz. Da wo gearbeitet wird, darf niemand umherlaufen“, schränkt Revierförster Sven Ziegler ein. Aber grundsätzlich darf der Besucher der Waldgebiete Sandbergtannen und des Demminer Stadtwaldes, im Gegensatz zu Naturschutzgebieten, auch abseits der Wege laufen. Das gilt aber nicht für frisch angepflanzte Schonungen, in denen Bäume unter vier Meter Höhe stehen.

Berger zeigt auf den Waldboden, wo sich Bärlauch ausbreitet. Auch diesen sollte man für andere Naturliebhaber stehen lassen und nicht wie Pilze sammeln. Klar ist auch, so Berger, dass die Vögel in ihrer Brut nicht gestört werden dürfen. Deshalb sind diese Biotope zu meiden und genug Abstand etwa zu Greifvogelhorsten zu halten. „Zu Recht ist unser über tausend Hektar große Demminer Stadtwald ein Grund stolz zu sein. Er ist einer der größten Stadtwälder in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade in diesen Zeiten ist er wichtiger denn je“, sagt Robert-Marc Berger.

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