Der Krieg in der Ukraine dauert an. Weiterhin flüchten Menschen aus den am schlimmsten betroffenen Regionen oder ganz aus
Der Krieg in der Ukraine dauert an. Weiterhin flüchten Menschen aus den am schlimmsten betroffenen Regionen oder ganz aus ihrem Heimatland. Christoph Soeder
Krieg in der Ukraine

Eigener Ansprechpartner für Flüchtlinge in Demmin

Immer wieder wird die Stadt von neu ankommenden Flüchtlingen aus der Ukraine überrascht. Doch die Integration geht voran – trotz gelegentlicher Probleme mit dem Kreis.
Demmin

Wegen des andauernden Ukraine-Krieges kommen auch weiterhin ukrainische Flüchtlinge in Deutschland an. Während einige von ihnen bereits dabei sind, sich in ihrem neuen Zuhause einzurichten und ein Leben in Demmin aufzubauen, herrscht noch immer eine gewisse Fluktuation. Verlässt eine Familie eine der vom Kreis angemieteten Wohnungen, kommt laut dem stellvertretenden Bürgermeister Ronny Szabó mitunter gleich die nächste Gruppe nach.

Manchmal passiert das zur großen Überraschung der Stadt, die vor der Ankunft der Flüchtlinge nicht rechtzeitig informiert werde. „Da stehen dann mehrere neue Menschen, von denen wir nicht wissen, wo sie hingehören, weil sie noch nicht von uns erfasst sind“, so Szabó.

Viele sind privat untergebracht

Das Kommunikationsproblem ist nach Einschätzung des Kreises jedoch ein Einzelfall und „nicht die Regel“. „Das Unterbringungsmanagement des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte steuert die Zuordnung von ukrainischen Kriegsvertriebenen auf kreislich angemietete Wohnungen“, erklärt Sprecherin Tilla Steinbach auf Nachfrage. „In diesen Fällen werde in der Regel die zuständigen Ämter und Stadtverwaltungen informiert. „In vielen Regionen im Landkreis wird ohnehin bereits bei der Herrichtung der Wohnungen sehr eng mit der gemeindlichen Ebene zusammengearbeitet und ein Bezugstermin der Wohnungen benannt“, so die Sprecherin. Die Zuweisung erfolge dann im Beisein des zuständigen Sozialarbeiters, der im Anschluss die Betreuung der Menschen übernehme.

Für die Betreuung ist mittlerweile das CJD (Christliches Jugendwerk Deutschland) zuständig. Ronny Szabó hofft, dass sich dadurch die Kommunikation verbessert. Laut Janin Volkstaedt, Leiterin des Bereichs Migration im CJD, ist das Bildungs- und Sozialunternehmen zurzeit dabei, den Personalstamm für die neue Aufgabe aufzubauen. Ab 1. Juli würden so weitere Mitarbeiter eingesetzt, darunter ein Ansprechpartner, der für die Flüchtlinge in Demmin zuständig ist. Gedeckt sei der Bedarf damit zwar nicht, man werde weiter aufstocken müssen.

Rund 70 Flüchtlinge in der Stadt

Auch das CJD betont allerdings, dass ihm eine gute Kommunikation bei der Arbeit mit den Flüchtlingen wichtig sei. „Wir stehen mit den Ehrenamtlichen und den Stellen vor Ort in Kontakt“, versichert Janin Volkstädt. Darüber hinaus sei die Verteilung von Flüchtlingen durch den Landkreis zurzeit die Ausnahme. „Das ist der geringste Prozentsatz“, erklärt sie. „Die meisten Flüchtlinge sind privat untergebracht oder suchen sich ihre eigenen Wohnungen.“

Ganz einfach war es deshalb anfangs nicht, die aktuelle Zahl der ukrainischen Flüchtlinge zu ermitteln. „Nach jetzigem Stand sind etwa 70 ukrainische Flüchtlinge nach Kriegsbeginn in Demmin untergebracht worden und leben jetzt hier“, so Ronny Szabó. Alle hätten mithilfe der Wobau und von Ehrenamtlichen in eigene Wohnungen vermittelt werden können. Einige gingen inzwischen einer Arbeit nach, hauptsächlich im handwerklichen Bereich. Wie viele ukrainische Flüchtlinge bereits eine Stelle angetreten haben, darüber konnte die Arbeitsagentur keine Auskunft geben, da die Herkunft nicht statistisch erhoben würde.

Fest steht hingegen, dass der überwiegende Anteil der ukrainischen Kinder und Jugendlichen mittlerweile in Schule oder Kita betreut werden. „Bei den übrigen sind wir dabei“, so Szabó. Ein Problem sei bei manchen noch die Erbringung der für den Kita-Eintritt erforderlichen Impfnachweise.

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