„Ab in die Ferien“, heißt es auch für diese Zweitklässler der Loitzer Grundschule, die bereits am
„Ab in die Ferien“, heißt es auch für diese Zweitklässler der Loitzer Grundschule, die bereits am Dienstagvormittag ihre Zeugnisse erhalten haben. Karin Heymann
Die Viertklässler haben bis zur Wochenmitte ihre Nasen noch fleißig in die Bücher gesteckt. Am heutigen Donner
Die Viertklässler haben bis zur Wochenmitte ihre Nasen noch fleißig in die Bücher gesteckt. Am heutigen Donnerstag erhalten auch sie ihre Zeugnisse und Urkunden als Absolventen der Grundschule. Karin Heymann
Zeugnisse über die gesamte Woche

Ein besonderes Schuljahr geht auch mit Abstand zu Ende

Aber bitte mit Abstand, heißt es auch, bevor nach vier oder zehn Jahren nach den Sommerferien für viele junge Loitzer ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Loitz

Sommerferien! Das Wort mit dem besonders schönen Klang schwebt bereits seit Wochenbeginn über den Loitzer Lehrern und Schülern. Denn in diesem Corona-Jahr 2020, einem Schaltjahr der besonderen Art, ist alles anders. So wird es den klassischen Ferienstart-Freitagmittag-Moment, mit dem die Kinder und Jugendlichen aus den Schulhäusern ihren lang ersehnten Sommerferien entgegenlaufen, nicht geben. „Das hängt mit den unterschiedlichen Präsenz-Unterrichtstagen zusammen, an denen unsere Schüler in den zurückliegenden Wochen gestaffelt ins Haus gekommen sind, um zu viele Kontakte und somit Ansteckungsgefahren zu vermeiden“, erklärte auf Nordkurier-Nachfrage der Leiter der Regionalen Schule Loitz, Frank Fandrich.

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Gemeinsam mit seinem Team entlässt er bis zum Wochenende rund 210 Schüler in die Sommerferien. 24 junge Frauen und Männer werden im August, mit Beginn des neuen Schuljahres, nicht wieder zurückkehren. Die Zehntklässler schlagen im August einen anderen Weg ein, beginnen einen komplett neuen Lebensabschnitt. An diesem Freitag dreht sich an ihrer „alten“ Schule aber alles noch einmal um sie. Der Schulleiter ist mächtig stolz auf die Jugendlichen, die mit ihren Prüfungen ein gutes, hörbares Ergebnis abgeliefert haben. „Mit einem Gesamtergebnis von 2,6 liegen wir etwas über dem Landesdurchschnitt“, freut sich der Pädagoge sehr.

Sondergenehmigung für Zeugnis-Zeremonie

Er weiß, dass hinter dieser Zahl nicht allein Noten stehen, „sondern ganz viel persönlicher Fleiß und Ehrgeiz von einzelnen Schülern“. Mit Sondergenehmigung der zuständigen kreislichen Behörden, dürfen an der feierlichen Abschlusszeugnis-Übergabe die Eltern der Jugendlichen in der großen Peenetalhalle mit dabei sein: „Wir haben ein Konzept entwickelt, wie alles ablaufen kann, ohne körperlichen Kontakt. Händeschütteln ist ja nach wie vor nicht erlaubt und unsere wenigen Gäste müssen sich an Regeln halten. Doch wir sind froh, dass überhaupt eine Feierstunde im kleinen Rahmen möglich ist. Der Abschlussball, der muss leider ausfallen“, sagte Frank Fandrich.

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Loslassen heißt es in diesen Tagen auch für seine Kollegin Anke Kühn. Die Leiterin der Grundschule Loitz verabschiedet gemeinsam mit ihrem Team 37 Viertklässler. Diese Kleinen haben sich auf dem Weg zu den großen Schülern gut entwickelt. 29 von ihnen werden ab der fünften Klasse in die Regionale Schule Loitz wechseln, andere besuchen nach den Sommerferien andere weiterführende Schulen in der Region. Für ihre großen Kleinen haben sich die Grundschullehrer auch zum Ende dieses sehr speziellen Schuljahres etwas Schönes einfallen lassen. „Aufgrund von Corona konnten wir leider nicht zu unserer traditionellen Viertklässler-Abschlussfeier einladen“, bedauerte Anke Kühn in einem Gespräch mit dem Nordkurier sehr.

Abschied diesmal ohne Programm in der Turnhalle

In den Vorjahren platzte die Turnhalle der Grundschule zu diesem Anlass fast aus allen Nähten. Bis zu 400 Besucher verfolgten ein buntes Programm, die Urkundenübergabe und feierten anschließend auf dem Schulhof ein schönes Sommerfest. Corona macht das leider unmöglich. „Aber wir verleihen der Zeugnisausgabe der Viertklässler am Donnerstag trotzdem einen feierlichen Rahmen. Wir werden Musik abspielen, die Urkunden übergeben, jedes Kind bekommt von uns Lehren einen Sinnspruch mit auf den Weg. Ich denke, es wird auch in dieser veränderten Form für unsere Mädchen und Jungen ein würdiger Abschluss ihrer Grundschulzeit.“

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Nur leider können in diesem Jahr coronabedingt diesen besonderen Moment die Eltern und Großeltern nicht live miterleben. „Stellvertretend werden zwei Mitglieder der Elternvertretung mit dabei sein. Das ist schön, denn wir werden uns bei ihnen, stellvertretend für alle Eltern, die unserem Lehrerteam unterstützend zur Seite gestanden haben, bedanken“, kündigte Anke Kühn an. Das sei ihr eine Herzenssache, denn dieses besondere Schuljahr habe gezeigt, das auch eine andere Form von Lernen möglich ist, wenn äußere Umstände das erfordern. „Die Eltern haben toll mitgezogen, es war in der wirklich nicht ganz einfachen Zeit ein gutes Miteinander zwischen Eltern, Schülern und Lehrern zu spüren. Da hat sich etwas verändert, wir sind noch enger zusammengerückt“, zog Anke Kühn kurz vor dem Ende des Schuljahres dennoch ein positives Fazit.

Übrigens bietet die Bildungseinrichtung im Wilhelm-Irrgang Weg in der letzten Ferienwoche im Juli, wie viele andere Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern auch, Auffrischungsunterricht an. Corona-Auswirkungen lassen eben auch nach den Sommerferien noch grüßen. Aber bis es soweit ist, heißt es erst einmal: Schöne Ferien!

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