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Ein Paradies auf Zeit öffnet seine Pforten

So viele Menschen wie zur Eröffnung des Eden-Projektes sind sonst selten in der Kirche anzutreffen.
So viele Menschen wie zur Eröffnung des Eden-Projektes sind sonst selten in der Kirche anzutreffen.
Thoralf Plath

In Demmins St. Bartholomaei hat ein bislang in Norddeutschland einzigartiges Projekt zu leben begonnen: Mehrere Hundert Gäste aus Demmin und vielen Orten der Umgebung von der pommerschen Küste bis weit ins Mecklenburgische hinein haben zu Pfingsten den Garten Eden besucht.

Für die nächsten drei Wochen wird St. Bartholomaei wohl viele Menschen unter seine Gewölbe locken, die Demmins alte evangelische Stadtkirche schon lange nicht von innen sahen. So wie es Pfingstsonnabend war: „Ein Garten Eden“ öffnete seine Pforten. Nach Monaten der Vorbereitung und mehreren Arbeitstagen für den Aufbau und das Komponieren von über 1200 Pflanzen hat ein in Norddeutschland bislang einzigartiges Installations-Projekt begonnen. „Ein Paradies auf Zeit“, wie es Pastorin Franziska Pätzold nannte. Viele kamen, um es zu erleben. Der Altarraum, einem mittelalterlichen duftenden Kräutergarten nachempfunden, erlebte einen regelrechten Ansturm.

Der Gartenarchitekt Gabriel Jilg und Stephan Maria Alof von der Münchener Heilig-Geist-Kirche, die das Garten-Eden-Konzept gemeinsam entwickelt haben, waren eigens für die Eröffnung aus Bayern angereist. Jilg hat sein Projekt für die Demminer Kirche komplett neu entworfen und sich dabei von der vorpommerschen Landschaft und der hiesigen Identität inspirieren lassen. Pflanzen in die Kirche zu holen, sei auch ein Symbol für die Öffnung nach außen, sagte Alof zur Eröffnung. „Der Geist Gottes breitet sich überall aus, er lässt sich nicht in einem Gebäude einsperren.“

Der Demminer Garten Eden mit seinen Bäumen, Hecken und Kräutern wird in den nächsten drei Wochen offen stehen, jeden Tag von morgens bis abends. Ein Fest für alle Sinne will er sein unter dem Motto „Sehen – Hören – Fühlen“. Dutzende Veranstaltungen sind geplant, täglich etwas anderes, von Vorträgen über Lesungen bis zu kreativen Mitmach-Angeboten. Märchen, Geschichten, Gottesdienste. Und viel Musik.