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Eine Stadt sucht ihr Leitbild

Bernd Koltz, Stadtvertreter der Fraktion Die Linke, hat einen Entwurf für ein Leitbild der Stadt Demmin vorgelegt. Er wolle damit keineswegs bestehende Planungen und Projekte in Frage stellen, sagt er. Aber was dann?

Demmin zwischen Vergangenheit und Zukunft: Wo steuern wir hin? Was lohnt sich zu bauen? Wo liegen unsere Stärken? Es sind die grundsätzlichen Fragen, die Stadtvertreter Bernd Koltz mit seiner Leitbild-Diskussion anschneiden will.
Thoralf Plath Demmin zwischen Vergangenheit und Zukunft: Wo steuern wir hin? Was lohnt sich zu bauen? Wo liegen unsere Stärken? Es sind die grundsätzlichen Fragen, die Stadtvertreter Bernd Koltz mit seiner Leitbild-Diskussion anschneiden will.

Ginge es nach Dietmar Schmidt, die Debatte gäbe es so wohl gar nicht. Die Stadt habe sowohl ein Leitbild als auch darin wurzelnde Handlungsrichtlinien, man habe ein Stadtentwicklungskonzept, und all das seit 1994 regelmäßig fortgeschrieben als Basis für Förderanträge und geplante Maßnahmen. „Wir haben davon ja auch schon viel abgearbeitet“, sagte Demmins Stadtbauamtschef am Donnerstagabend im Bauausschuss. Und dass er daher die ganze Diskussion nicht wirklich verstehe. „Aber ich muss vielleicht auch nicht alles verstehen.“

Einwohner sollen Ideen sammeln

Doch Bernd Koltz, Abgeordneter der Fraktion Die Linke, er meint schon noch etwas anderes, wenn er bemängelt, der Hansestadt fehle ein Leitbild. Was er seinen Ausschuss-Kollegen in einer halbstündigen Präsentation vorstellte, ist so etwas wie eine grundsätzliche Zusammenfassung von „Visionen, Zielen und Perspektiven“, sozusagen einer Grundkonzeption für die Zukunft der Hansestadt. Es könnte unter der Frage stehen: Quo vadis, Demmin? Was Koltz als Diskussionsgrundlage entworfen hat, versteht er als Überbau für jenes Integrierte Stadtentwicklungskonzept, ohne das in den nächsten Jahren gar nichts mehr gehen wird. Was nicht als Schwerpunkt-Projekt oder mittel- und längerfristige Planung in diesem Konzept festgeschrieben steht, hat kaum noch Chance auf Förderung. Ihre Prioritäten und Ideen dazu will die Hansestadt nächste Woche in einer Einwohnerversammlung zur Debatte stellen.

Konzepte bündeln

Bernd Koltz will mehr. „Ehe wir über weitere Projekte der Zukunft diskutieren, sollten wir uns doch erst einmal im Klaren sein, wo wollen wir eigentlich hin als Stadt?“ Das Leitbild richte sich weder gegen bestehende Planungen noch stelle es diese in Frage, so Koltz. „Im Gegenteil. Es geht darum, einen verbindlichen Rahmen zu schaffen und unsere Konzepte, die bereits bestehenden und die künftigen, darin zu bündeln.“

Anfangs schien es, als redeten sie aneinander vorbei, der Stadtbauamtschef und der Abgeordnete. Am Ende erhielt Koltz für seine Präsentation ordentlich Applaus. Er selbst wünscht sich, es möge der Anfang sein einer Diskussion, an deren Ende Stolz in diesem Satz liegt: „Ich bin ein Demminer“.