Neue Statistik zum Bevölkerungsrückgang

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Einwohner-Talfahrt etwas abgebremst

In der Hansestadt Demmin lebten bis Juni 2013 noch 11 574 Menschen, das sind 4520 weniger als zur Wende.
In der Hansestadt Demmin lebten bis Juni 2013 noch 11 574 Menschen, das sind 4520 weniger als zur Wende.
Kirsten Gehrke

Demmin schrumpft weiter. Auch im vergangenen Jahr verlor die Hansestadt Einwohner. Seit der Wende sank die Zahl um 4520.

Rutgarda Zimmermann (Name der Redaktion bekannt) wollte nicht mehr in Demmin bleiben. Im April ist sie nach Baden-Württemberg gezogen. Dort lebt ihre Tochter und sie hat zum ersten Mal eine gut bezahlte Arbeit gefunden. Die 50-Jährige ist wieder glücklich. „Hier sind die Leute viel freundlicher und zufrieden“, sagt sie heute von ihrer neuen Heimat. In Demmin seien die Menschen immer mit frustrierter Miene durch die Stadt gelaufen, irgendwie war alles trostlos. Und der Neid unter den Leuten nervte sie. Rutgarda Zimmermann war mit ihrem Leben unzufrieden und fing noch mal von vorn an.

Demmin hat nach der Wende viele Einwohner verloren. 1990 wohnten dort noch 16 094 Menschen. Bis Juni 2013 sind es jetzt noch 11 574. Die Talfahrt aber geht nicht mehr so rasant wie in den 1990-er Jahren. Zwar sinken die Einwohnerzahlen weiter, aber nur in geringem Maße. Gerade mal 76 Menschen weniger zählte Demmin im Juni 2013 als zum Ende 2012. Eine aktuelle Statistik vom Statistischen Landesamt liegt dem Rathaus noch nicht vor, weist Bürgermeister Michael Koch (CDU) hin. Aufgrund des Zensus 2011 seien der Stadt im vergangenen Jahr aktualisierte amtliche Zahlen mitgeteilt worden, die die Basis für weitere Zählungen bilden.

2013 haben mehr Menschen Demmin verlassen als neue kamen. 609 Bürger (298 Mädchen und Frauen sowie 311 Jungen und Männer) kehrten der Stadt den Rücken, ein Jahr zuvor waren es 542. Dagegen meldeten 525 Menschen ihren neuen Wohnsitz hier an (2012: 477). In den Ortsteilen ist die Einwohnerzahl weitestgehend stabil geblieben. Wotenick, Siebeneichen und Woldeforst konnten etwas zulegen. 

Hier die Vergleiche: Deven: 38 (2012: 38); Drönnewitz: 215 (2012: 218); Lindenfelde: 66 (2012: 65); Randow: 98 (2012: 104); Waldberg: 19 (2012: 22); Woldeforst: 2 (2012: 1); Karlshof: 11 (2012: 14); Siebeneichen: 13 (2012: 12); Erdmannshöhe: 13 (2012): 13; Vorwerk: 414 (2012: 417); Wotenick: 211 (2012: 210); Seedorf: 91 (2012: 93). Die Zahlen von 2013 sind vorläufig (Stichtag 30. Juni).