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Auch im Demminer Krankenhaus flattern dieser Tage hohe Rechnungen ins Haus. Wie stark das am Ende die Finanzen belastet, ist jedoch offen. Karsten Riemer
Gesundheit

Energiepreise – Klinik prüft Einsparungen bei Behandlungen

Die Inflation trifft auch das Demminer Kreis-Krankenhaus hart. Über eine Schließung will der Chef nicht nachdenken, aber die Suche nach Einspar-Möglichkeiten hat längst begonnen.
Demmin

Die Preisexplosion zieht sich durch nahezu sämtlich Bereiche des Alltags – ob Energie, Dienstleistungen oder Einkäufe. Und das Ende der Fahnenstange ist voraussichtlich noch nicht erreicht. Auch das Demminer Kreiskrankenhaus kommt nicht umhin, die derzeitigen Entwicklungen in seine Pläne und Kalkulationen aufzunehmen.

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Planung für Klinik kaum möglich

Dabei ist eine ernsthafte Planung laut Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen momentan kaum möglich. „Wie in keinem Jahr zuvor gibt es Unsicherheiten“, sagt er. Dennoch hat das Krankenhaus seinen Wirtschaftsplan für das kommenden Jahr fertiggestellt und Landkreis sowie Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Inwieweit das Zahlenwerk dann im kommenden Jahr wirklich Bestand hat, ist allerdings fraglich.

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Denn schon für die laufenden Monate sei nicht klar, wie sich die Preise und die tatsächliche Inflationsrate gestalten. Das trifft auch den Energiebereich. „Wir gehen im Plan von einer Verdopplung der Energiekosten aus“, sagt Firneisen. Am Ende könnten die Preise aber auch noch höher liegen.

Fest steht allerdings, dass höhere Ausgaben allgemein zum Status Quo der Demminer Klinik gehören werden. „Lieferanten und Dienstleister haben angekündigt, dass sie Preiserhöhungen haben.“ Weitere Schreiben würden diesbezüglich immer noch eintrudeln. Und die Anpassungen nach oben haben es in sich. Zwischen fünf und 7,5 Prozent betragen diese zumeist.

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Einschränkungen bei Leistungen möglich

Dennoch gibt es eine vage Hoffnung, dass sich die gestiegenen Kosten durch höhere Einnahmen zumindest teilweise auffangen lassen – beispielsweise über die Leistungsabrechnung mit der Krankenkasse. „Ob wir das, was teurer geworden ist, auch eins zu eins in Rechnung stellen können, ist aber fraglich“, sagt Firneisen. Konkrete Schritte, wie die Kosten gegenfinanziert werden sollen, seien noch offen.

Trotzdem steht der Extremfall inklusive Schließung der Klinik nicht zur Debatte. „Für uns als kommunales Unternehmen gehe ich fest davon aus, dass es keinen Worst Case geben wird und der Betrieb weiterläuft“, so der Geschäftsführer. Einschränkungen bei den angebotenen Leistungen seien aber dennoch in Zukunft möglich, wenn auch nicht konkret in Planung, wie Firneisen betont.

Als Beispiel nennt er das Bewegungsbad in der Physiotherapie, bei dem von deutlich steigenden Heizkosten auszugehen ist. Ebenso würde die Kältekammer für die Rheumatologie viel Energie verbrauchen. „Es ist teuer, die konstant auf minus 110 Grad zu kühlen.“ Spätestens im kommenden Jahr müsse dann noch mal mit spitzem Bleistift gerechnet werden, wie derlei deutliche Einschränkungen zu vermeiden sind.

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