ERNEUT CONTAINER ABGEFACKELT

Erlebt Tutow die nächste Brandstiftungs-Serie?

Drei Feuer in zwei Tagen wecken Befürchtungen in Tutow. Sorgen bereitet Feuerwehr und Bürgermeister aber auch, dass die Alarmierung oft am Notruf vorbei erfolgt.
Nur einen Tag nachdem am sogenannten Postplatz in Tutow zwei Papiercontainer durch einen Brand zerstört wurden, musste di
Nur einen Tag nachdem am sogenannten Postplatz in Tutow zwei Papiercontainer durch einen Brand zerstört wurden, musste die Feuerwehr hier am Mittwochabend erneut anrücken. Feuerwehr Tutow
Am späten Nachmittag hatten Anwohner bereits am Spazierweg hinter der Festwiese ein Feuer entdeckt.
Am späten Nachmittag hatten Anwohner bereits am Spazierweg hinter der Festwiese ein Feuer entdeckt. Feuerwehr Tutow
Tutow.

Die jüngsten Bilder der Tutower Feuerwehr vom sogenannten Postplatz des Ortes – mit viel Rauch und Flammen – ähneln sich mächtig. Erst bei genauem Hinschauen wird klar, dass die Aufnahmen von zwei unterschiedlichen Einsätzen mit einem Tag dazwischen stammen. Denn nachdem dort am Dienstagabend zwei Behälter für Pappe und Papier verbrannten beziehungsweise unter der Hitzeeinwirkung buchstäblich dahinschmolzen, ein weiterer schwer beschädigt wurde, passierte dies keine 24 Stunden später erneut. Kurz nachdem der regionale Entsorger wieder eine blaue Tonne als Ersatz platziert hatte, wurde die angesteckt – gegen 19.40 Uhr. Auch hier war nichts mehr von dem Teil zu retten.

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Angesichts der Ähnlichkeit der Vorfälle liegt die Vermutung nahe, dass beide in Zusammenhang stehen. Hinzu kommt die Frage, ob auch jener kleine Flächenbrand auf das Konto des oder der gleichen Täter geht, der am Mittwoch gegen 17  Uhr entdeckt wurde: Da kokelte es plötzlich auf dem Spazierweg – der sogenannten Promenade – hinter der Festwiese. Anwohner erstickten Flammen und Glut mit Wasser aus Gießkanne und Eimer, die Feuerwehr löschte später vorsichtshalber noch einmal nach.

Alle fünf Jahre eine Brandserie

„Wir gehen davon aus, dass wir da wieder einen haben, der bei uns zündelt“, bestätigte Bürgermeister Roland Heiden dem Nordkurier. Er befürchtet, dass es hier erneut zu einer Serie kommt, wie sie seine Kommune in der Vergangenheit bereits mehrmals mitmachen musste. 2005, 2010 und 2015 hatte es immer wieder im und nahe des Pommernring-Wohngebietes Löscheinsätze gegeben, teils mit lebensgefährlichen Situationen für Bewohner der dortigen Wohnblöcke. Doch auch danach folgten dort und am nahen Flugplatz-Gelände einige Alarmierungen, die Ähnlichkeiten aufwiesen. Wirklich dingfest gemacht werden konnte dafür bisher aber niemand. Deshalb hofft der Gemeindechef, dass die Leute jetzt besonders aufmerksam sind, um dem Verursacher das Handwerk zu legen. Zumal bei der gegenwärtigen Trockenheit die Folgen dieser Zündelei gewaltig sein könnten.

Appell: Bei Feuer unbedingt die 112 anrufen

In dem Zusammenhang legen Heiden und die Leitung der Löschtruppe allen noch einmal ausdrücklich ans Herz, bei der Entdeckung eines Feuers lieber einmal mehr als einmal zu wenig den Notruf zu wählen. Und das bitte sofort. So mancher Tutower scheint diese Art der Alarmierung nämlich zu scheuen. Stattdessen würden per Handy ihnen bekannte Kameraden privat angerufen, um die Sache kundzutun oder um Rat zu fragen. Oder gar der Bürgermeister persönlich. „Ich bin keine Feuerwehr“, stellt der deshalb klar. Und auch die ehrenamtlich aktiven Männer und Frauen mit den roten Blaulicht-Wagen hätten etwas anderes zu tun, als von sich aus eine Alarmkette in Gang zu setzen. Diese Verantwortung obliege der Leitstelle. „Wenn es den Verdacht gibt, dass es irgendwo brennt, dann gleich die 112 anrufen, anstatt etwas anderes zu versuchen, bei dem wertvolle Zeit verloren geht“, so das Dorfoberhaupt.

In die gleiche Kerbe schlägt die Tutower Feuerwehr. Um so mehr, als dass Trockenheit und Wind aktuell rasch für eine verheerende Situation sorgen könnten, die sich nicht mehr einfach unter Kontrolle bringen lässt. Da sei es fast schon Wahnsinn, Minuten bis zur Gefahrenmeldung verstreichen zu lassen, hieß es aus dieser Runde. Nicht auszudenken etwa, was aus dem kleinen Brand am Spazierweg hätte werden können, so dicht am Wald- und Ortsrand. Der private Löscheinsatz in allen Ehren, doch parallel hätte unbedingt die 112 getippt werden müssen. Die sei für den Anrufer ebenso kostenlos wie der daraus resultierende Einsatz, stellt die Wehrleitung klar. Die Kameraden jedenfalls würden lieber einmal umsonst als einmal zu spät ausrücken.

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