LEERE HORSTE

Erneut weniger Störche im Demminer Land

Im diesem Jahr blieben rund um Demmin wieder viele Storchennester leer. Der Sommer lieferte keine guten Bedingungen für die Aufzucht der Jungen.
Pablo Himmelspach Pablo Himmelspach
Das Storchennest in Pensin ist seit Jahrzehnten besetzt. In diesem Jahr wurden hier vier Junge aufgezogen.
Das Storchennest in Pensin ist seit Jahrzehnten besetzt. In diesem Jahr wurden hier vier Junge aufgezogen. NK-Archiv
Demmin.

Viele Dörfer mussten auch in diesem Jahr wieder enttäuscht auf ihre schwarz-weißen Sommer-Bewohner warten. Weniger Störche fanden in den vergangenen Monaten den Weg zu ihrem Horst. Dies geht aus einer Zusammenfassung des Storchenjahres von Nabu-Weißstorchschützer Friedhelm Ziemann hervor. Demnach ließen sich im Jahr 2019 in der Region Demmin nur noch 32 Brutpaare in ihren Nestern nieder. Diese Zahl spiegelt einen Trend wieder, der schon in den letzten Jahren zu beobachten war. Der Storchenbestand sinkt auch 2019 weiter.

Hinter uns liegt ein trockener Sommer. Wochen mit viel zu wenigen Niederschlägen stellten die Storchpaare in der Aufzuchtzeit vor Probleme. Gerade in den ersten Tagen füttern die Störche ihre Jungen in der Regel mit kleinen Tieren wie Regenwürmern. Diese waren jedoch aufgrund der Trockenheit nur in geringer Zahl zu finden. Stattdessen mussten sich junge Störche vor allem mit Fledermäusen begnügen, die in diesem Jahr sehr zahlreich waren. Insgesamt 59 Jungvögel haben in der Region Demmin im vergangenen Jahr ihre Nester verlassen. Im Vergleich zum Jahr 2012 sind das 37 weniger.

Durchschnittlich zwei Junge pro Brutpaar

Auch wenn insgesamt ein Rückgang in der Anzahl der Störche zu beobachten ist, war das Jahr 2019 für die brütenden Paare nicht schlecht. Von den 32 Paaren brüteten 26 erfolgreich. Durchschnittlich setzen die Brutpaare fast zwei Jungen in die Welt. Im Bereich Demmin, Altentreptow und Malchin konnten 76 besetzte Horste erfasst werden. Insgesamt konnten 60 Mal erfolgreich Jungen auf die Welt gebracht werden.

Bedauerlicherweise blieben 2019 viele langjährige Horststandorte leer. So waren, neben vielen anderen, die Nester in Annenhof, Alt Plestlin, Nossendorf, Schönfeld, Zarrenthin und auch Trantow-Dorf unbesetzt. Ein Storchennest, das mittlerweile seit Jahrzehnten besetzt ist, ist das Nest in Pensin. „Auch in diesem Jahr kamen die Bewohner Ende März wieder und zogen vier Junge auf“, so Hartmut Kunkel, Platzwart des Wasserwanderrastplatzes. Er beobachtet den Horst seit Jahren. Ein ungewöhnliches Ereignis konnte in Sommersdorf beobachtet werden. Dort baute ein Nichtbrüterpaar den Horst nicht auf, sondern ab. Von der Gemeinde wurde ein neuer Storchenkorb bereitgestellt.

Nach mehreren Umzügen in Siedenbrünzow gelandet

Neben der zahlenmäßigen Bestandsaufnahme, ist es Friedhelm Ziemann möglich, auch einige Lebensläufe beringter Störche erfassen. Durch die Beringung erkennt er seine „alten Bekannten“ wieder und kann sie beobachten.

Eine interessante Lebensgeschichte hat er über eine in Siedenbrünzow brütende Störchin zu erzählen. Beringt wurde sie 2011 in Klein Zastrow. Nachdem sie in Nossendorf keinen Bruterfolg hatte, besetzte sie 2016 mit ihrem Partner den Horst in Wotenick. Nachdem sie den Horst dort aufbauten und Eier legten, kam das vorjährige Brutpaar nach Wotenick. Ein heftiger Kampf folgte und die neue Störchin und ihr Partner wurden vertrieben. Die nächste Station auf der Suche nach einem Brutplatz war Siedenbrünzow. Dort blieben die beiden jedoch nicht lange. Stattdessen wurden sie im Horst in Düvier gesichtet. Dort brüteten sie auch, doch leider war ihre Brut nicht erfolgreich. Im Jahr 2017 wurde das Paar jedoch wieder in Siedenbrünzow gesehen. Dort brüten die beiden seitdem und zogen in drei Jahren zehn Jungvögel auf.

StadtLandKlassik - Konzert in Demmin

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Kommentare (1)

Diese traurige Wahrheit gilt leider nur für die verlorene deutschen Ostgebiete: Hinterpommern, Westpreußen, Schlesien und Ostpreußen. Dort geht es den Störchen blendend! Hier in Vorpommern sterben sie mit uns zusammen aus. Auch so eine traurige Wahrheit.