RICHTGRABENWEG DEMMIN

Erneuter Baustart für Hochwasserschutz in Demmin

Es tut sich was an Demmins Hochwasserschutz. Nach dem monatelangen Baustopp soll es nun zumindest im Richtgrabenweg vorwärts gehen.
Die Bauzäune stehen am Wochenende bereits. Am Montag sollen die Vorbereitungsarbeiten starten.
Die Bauzäune stehen am Wochenende bereits. Am Montag sollen die Vorbereitungsarbeiten starten. Karsten Riemer
Demmin.

Monatelang hat das Projekt Hochwasserschutz geruht. Baumaschinen oder gar Arbeiter und den damit verbundenen Fortschritt suchten die Hansestädter vergeblich. Doch es regt sich etwas an Demmins Dauerbaustelle. Bauzäune sichern den Seitenarm der Peene entlang des Richtgrabenwegs. Gut vier Meter lange Holzbohlen sind dahinter ordentlich übereinander gestapelt. Ein Déjà-vu, sah es doch vor Mitte des vergangenen Jahres schon einmal ähnlich aus, als der erste Startschuss für die Bauarbeiten fiel.

Jetzt sollen die Arbeiten aber tatsächlich ihren Lauf nehmen. Eine Meldung der zuständigen Behörden, die nicht das erste Mal nach Demmin dringt. Denn schon von Anfang an wird das Millionenprojekt Hochwasserschutz Bürgerwiesen A durch Verzögerungen bestimmt. Der ursprünglich angedachte Baustart liegt nun beinahe fünf Jahre zurück. Denn schon 2015 sollte mit der Maßnahme begonnen werden. Damals ließ das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) die Arbeiten verschieben, aus Personalnot wie es damals hieß. Nachdem im vergangenen Jahr die Ampeln auf Grün standen, war es dann Stahl, der fehlte, um die Arbeiten zu beginnen. Als Krönung der Misere meldete die beauftragte italienische Baufirma „Piacentini Costruzioni SPA“ im Oktober 2019 überraschend Insolvenz an. Eine europaweite Neuausschreibung der Baumaßnahme war die Folge.

Fehlende Spundwände werden eingepresst

Doch das Stalu zeigt sich optimistisch. „Ich bin guter Dinge, dass wir zumindest im Richtgrabenweg die Füße auf den Boden bekommen“, so Amtsleiter Christoph Linke. Am Montag sollen nun die Vorbereitungsarbeiten für den Lückenschluss des Deichs beginnen. Auf einer Länge von 200 Metern werden laut Plan bis Mitte März die fehlenden Spundwände eingepresst.

Dass es überhaupt zu einer verhältnismäßig schnellen Umsetzung der Bauarbeiten kommen kann, ist einem Kniff des Amtes zu verdanken. Denn nach den wiederkehrenden Problemen wurde sich dazu entschieden, die Gesamtmaßnahme in zwei Baulose aufzuteilen, die dann getrennt ausgeschrieben wurden. Für den Teilabschnitt am Richtgrabenweg ist nun Tiefbau Jarmen verantwortlich. „Wir kennen die Firma aus anderen Zusammenhängen und sind da sehr zuversichtlich“, sagt Linke. Mehrkosten würden mit dieser Entscheidung nach Aussagen des Amtsleiters nicht entstehen. Die 410 000 Euro, die für den Richtgrabenweg aufgewendet werden müssen, seien Teil des ohnehin kalkulierten Gesamtvolumens des Hochwasserschutzes. Auch die Arbeiten sollen sich nicht mit den bereits fertiggestellten Bereichen des Vorgängers überschneiden.

Wann genau mit den Pressungen begonnen wird, ist indes noch unklar. „Dazu gibt es noch keine Details, das muss sich die Firma erst vor Ort angucken“, sagt Linke. Klar ist jedoch, dass die nun beginnenden Arbeiten auch im Richtgrabenweg noch nicht alle sind. Denn laut Stalu beinhalten diese nur das Einbringen von Spundbohlen, um die Hochwassersicherheit in diesem Bereich zu gewährleisten. So wird der vollständige Ausbau als Hochwasserschutzwand erst im Zusammenhang mit der Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme erfolgen.

Das könnte indes noch dauern. Denn die europaweite Ausschreibung läuft voraussichtlich noch das gesamte erste Halbjahr 2020. Vor Herbst ist demnach nicht mit weiteren Arbeiten an den anderen Abschnitten zu rechnen.

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