UMBAU GEPLANT

Erste Bushaltestellen sollen barrierefrei werden

Menschen mit Behinderung und Senioren dürfen hoffen, in Demmin schon bald etwas Erleichterung beim Einsteigen in Busse zu bekommen. Denn die Stadtverwaltung hat im Haushalt ordentlich Geld für den barrierefreien Umbau einiger Haltestellen eingeplant. Ganz ohne zusätzliche Finanzspritze lässt sich dieses Vorhaben aber nicht umsetzen.
Hohe Bordsteine, schiefes Pflaster: Von barrierefrei kann an der Bushaltestelle in der Demminer Pfarrer-Wessels-Straße w
Hohe Bordsteine, schiefes Pflaster: Von barrierefrei kann an der Bushaltestelle in der Demminer Pfarrer-Wessels-Straße wohl aktuell keine Rede sein. Tobias Holtz
Demmin.

Mal eben schnell in den nächsten Bus einsteigen, das ist für viele Fahrgäste gar nicht so leicht. Gerade, wenn sie auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, geht das oft nicht ohne fremde Hilfe. Um diesen Menschen die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern, fordert das Personenförderungsgesetz des Landes, dass der Nahverkehr bis 2022 komplett barrierefrei gestaltet wird. Während der Geschäftsführer der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft MVVG, Torsten Grahn nach wie vor zuversichtlich ist, dies bei seiner Fahrzeugflotte zu schaffen, sieht es bei den Haltestellen eher weniger gut aus – zumal nur der kleinere Teil davon in die Zuständigkeit des Landkreises fällt. Je nach Straße, an der sie liegen, müssen auch die Städte oder Gemeinden dafür aufkommen.

Die Hansestadt Demmin will dem nun Rechnung tragen und hat im Haushalt für 2020 50.000 Euro für die fälligen Eigenanteile eingestellt. Im ganzen Stadtgebiet gibt es nach Auskunft des Bauamts 40 Haltestellen, die nicht barrierefrei sind. Zehn davon sollen noch in diesem Jahr entsprechend umgebaut werden. „Wir haben die Planungsleistungen für das Vorhaben bereits ausgeschrieben und vergeben. Die Vorbereitungen laufen also“, sagte Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt auf Nordkurier-Anfrage.

Wartehäuschen sind kein Muss

Infrage kämen beispielsweise die beiden Haltestellen in der Adolf-Pompe-Straße, die Bahnhof- und Pfarrer-Wessels-Straße, das evangelische Schulzentrum in der Waldstraße oder auch die Haltestelle vor der Heinrich-Zille-Grundschule am Markt. Allerdings soll nicht jede von ihnen in vollem Umfang aufgerüstet werden. Dort, wo kein Wartehäuschen steht, muss auch nicht unbedingt eins gebaut werden. Viel wichtiger ist der Einbau sogenannter Kasseler Borde, die das Heranfahren und Absenken der Niederflurbusse und somit eine ausgeglichene Einstiegshöhe ermöglichen. Barrierefreiheit erfordert zudem für sehbehinderte Menschen Bodenindikatoren, die mittels strukturierter Pflasterung Haltestelle und Einstiegsfeld erkennbar machen.

Nach einer ersten Kostenschätzung werden pro Bushaltestelle zwischen 1500 und 20.000 Euro fällig. Bei insgesamt 40 käme allein Demmin auf fast eine halbe Million Euro.

Sonderprogramm des Landes

Für den ganzen Landkreis wird das Gesamtvolumen auf rund 28 Millionen Euro geschätzt. Dass solche enormen Summen sich nicht ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung stemmen lassen, liegt auf der Hand. Die Stadt kann auf Mittel vom Infrastrukturministerium hoffen. Über das Sonderprogramm „Barrierefreie Haltestellen in Mecklenburg-Vorpommern“ gewährt das Land einen erhöhten Fördersatz von knapp 80 Prozent für den Neu- und Umbau von barrierefreien Haltestellen. „Darauf werden wir natürlich zurückgreifen und Fördermittel beantragen“, sagt der Bauamtsleiter. Bleibt für alle Betroffenen zu hoffen, dass es bis Weihnachten zumindest schon an einigen Ecken in der Stadt sichtbare Fortschritte gibt.

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