Anlegen im Meyenkrebs könnte ab 2023 auch für die großen Pötte wieder möglich sein.
Anlegen im Meyenkrebs könnte ab 2023 auch für die großen Pötte wieder möglich sein. Karsten Riemer
Stadtentwicklung

Es kommt Bewegung in Demmins Hafenfrage

Demmins Stadthafen soll langfristig nur noch touristisch genutzt werden. Doch ab 2023 darf der Schiffsanleger im Gewerbegebiet Meyenkrebs reaktiviert werden.
Demmin

Wirtschafts- oder Tourismushafen? Eine Frage, welche in Demmins Verwaltung und Politik seit einigen Jahren heiß diskutiert wird. Ein klarer Plan fehlt bisher allerdings. Doch tatsächlich muss sich die Hansestadt gar nicht zwingend für eine der Lösungen entscheiden. Denn ein frisch eingetroffenes Schriftstück des Landeswirtschaftsministeriums macht beides möglich – losgelöst vom innerstädtischen Hafenareal.

Lesen Sie auch: Hafen in Demmin soll Touristen locken – aber wie?

„Die Genehmigung für den Betrieb des Hafens Meyenkrebs liegt jetzt vor“, so Bürgermeister Thomas Witkowski. Ab dem 1. Januar 2023 ist Demmins Gewerbegebiet damit direkt an die Peene als Verkehrsweg angebunden. Nicht nur für die verbliebenen ansässigen Unternehmen ein potenzieller Vorteil – denn laut Bürgermeister würde damit der gesamte Gewerbestandort profitieren und an Reiz gewinnen. „Das können wir jetzt offensiv bewerben“, sagt er.

Wichtige Weichenstellung für weitere Entwicklung des Innenstadtbereichs

Inwieweit das fruchtet, ist jedoch offen. Schließlich war der Meyenkrebs über Jahre eher ein Sinnbild für Ab- denn Zuwanderung – unter anderem aufgrund der verkehrstechnischen Infrastruktur und trotz der Flusslage. Die künftige Nutzungsmöglichkeit der Bundeswasserstraße in Zusammenhang mit der aktuellen Energie- und Spritpreisentwicklung weckt bei der Stadt allerdings die Hoffnung, diesem Problem etwas entgegenzusetzen. „Vielleicht ist das in Zukunft tatsächlich ein Wirtschaftsfaktor, wenn man auch per Schiff dort anlegen kann“, so Witkowski.

Mehr lesen: So will das Demminer Peenefest viele Besucher anlocken

Der mögliche Fortschritt für das Industriegebiet stellt darüber hinaus zeitgleich die Weichen für die Entwicklung des Innenstadtbereichs. „Es ist die Voraussetzung dafür, dass wir uns ab 2023 damit beschäftigen können, wie wir den eigentlichen Stadthafen nutzen wollen“, so der stellvertretende Baumamtsleiter Thomas Engler im Rahmen des vergangenen Hauptausschusses.

Verzögerungen wegen unbesetzter Stelle im Amt

Die Zeichen stehen diesbezüglich auf Tourismus. Und das schon länger. Bereits Anfang 2020 hatte der Stadtentwicklungsausschuss für einen Bebauungsplan des Areals inklusive des Speicherensembles gestimmt. Erst Ende diesen Jahres rechnet die Verwaltung jedoch – aufgrund der lange offenen Planungsstelle im Bauamt – mit ersten Ergebnissen. Zudem musste der derzeitige Hauptanlieger im Hafen, die HaGe Nord, die Pläne Ende 2020 vom Stadthafen ins Industriegebiet Meyenkrebs zu ziehen, wegen einer fehlenden Baugenehmigung immer wieder verschieben. Im schlechtesten Fall bis ins kommende Jahr. Eine Reihe Unwägbarkeiten also, die die Losung „Das Areal ab 2022 neu denken“, welche Bürgermeister Thomas Witkowski bereits zu seinen Stadtvertreterzeiten ausgegeben hatte, torpediert haben.

Fest steht daher: Bis am Hafen ernsthafte Umstrukturierungen sichtbar werden, fließt noch viel Wasser der Peene hinab. Was im Übrigen auch für den Standort Meyenkrebs gilt. Denn mit der schlichten Genehmigung, dort einen Wirtschaftshafen zu betreiben, ist es nicht getan. „Es muss als Startschuss eine entsprechende Hafenordnung beschlossen werden“, sagt Engler. Ein Punkt, der nun zunächst in der Verantwortung der Stadtvertreter liegt.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

zur Homepage