ZÜCHTER HOLT DEN TITEL

Europameister dank einer Vogel-Hochzeit

Deutschland ist Weltmeister, wie wunderbar. Olaf Carl ist immerhin Europameister. Seit 1976 züchtet er Luchstauben - in einer Farbe, die ganz besonderes Geschick verlangt.
dpa
In seiner Enkelin Hanna hat Olaf Carl eine tüchtige Helferin an der Seite. Wer weiß, vielleicht tritt sie später einmal in Opas Fußstapfen.
In seiner Enkelin Hanna hat Olaf Carl eine tüchtige Helferin an der Seite. Wer weiß, vielleicht tritt sie später einmal in Opas Fußstapfen. Jana Otto
Luchstauben in den Farbschlägen rot und gelb zu züchten, ist keine leichte Aufgabe. Doch Olaf Carl hat da so seine Geheimnisse.
Luchstauben in den Farbschlägen rot und gelb zu züchten, ist keine leichte Aufgabe. Doch Olaf Carl hat da so seine Geheimnisse. Jana Otto
Lindenberg.

Wenn Olaf Carl Hochzeiten plant, nimmt er Urlaub. Mindestens einmal im Jahr. Zwar ist er kein professioneller Wedding-Planer, dennoch fordert seine Aufgabe viel Geschick und eben Zeit. Doch Nicht der Lindenberger plant den Ehe-Bund nicht für Menschen, sondern für Tauben. Und das ist beinahe genauso aufwändig.

Es kann nämlich ein paar Tage dauern, bis die vorgesehenen Tauben-Paare sich finden und  wissen, welches Nest sie sich zukünftig teilen. „Diese Zeit ist immer ein bisschen kribbelig. Es braucht  Geduld“, erzählt Olaf Carl. Seit 1976 züchtet er Luchstauben, hat also schon etliche Paare zusammengebracht - und das sehr erfolgreich. Davon zeugen die Auszeichnungen, die eine ganze Wand zieren. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Europameister-Titel, den er aus Dänemark mitbrachte.

Tauben mit Schuppen? Na klar!

Angefangen hat alles vor 38 Jahren. Da bekam Olaf Carl von Zuchtfreunden die ersten Tiere. „Das war gutes Erbmaterial, worauf ich aufbauen konnte“, meint er rückblickend. Seine Rassetauben gibt es in 16 verschiedenen Farbschlägen, die auf die Grundfarben blau, schwarz, rot und gelb aufbauen. „Blau und schwarz sind die Urformen und relativ weit entwickelt. Komplizierter sind die beiden anderen“, weiß der Züchter und hat sich für die Herausforderung Rot entschieden. Schon bei der exakten Benennung der Farben kann einem Laien nur schwindelig werden. Die korrekte Bezeichnung seiner Luchstauben ist: weißschwingig rot-weiß geschuppt sowie farbschwingig rot-weiß-geschuppt.

Doch da gibt es ein Problem: Diese Farben lassen sich nicht konstant vererben. Deshalb muss sich der Züchter bei den Paarungen auf sein Gefühl und auf seine Aufzeichnungen verlassen. Denn über jedes Taubenpaar wird ordentlich Buch geführt und das von Beginn an. Derzeit flattern 22 in den Schlägen auf seinem Hof. „Man braucht so viel, weil einige gar nichts bringen, andere dafür aber acht bis zehn Jungtiere.“ Durchschnittlich nur zwei bis drei Tauben sind dabei, die sich für Ausstellungen eignen. Mit ein bisschen Glück ist das dann ein weiterer Titel, der einen Ehrenplatz in der Galerie bekommt.

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