ÜBERLASTUNG IM EHRENAMT

Ex-Feuerwehr-Chef bricht das Schweigen über seinen Rücktritt

Der Ex-Kreiswehrführer an der Seenplatte hatte seinen Rücktritt völlig überraschend angekündigt und über die Gründe lange geschwiegen. Jetzt machte er reinen Tisch.
„Die letzten acht Jahre waren ein Leben auf der Überholspur”, sagt Rieger über seine Zeit als Chef deer
„Die letzten acht Jahre waren ein Leben auf der Überholspur”, sagt Rieger über seine Zeit als Chef deer Kreis-Feuerwehr. Georg Wagner
Landrat Heiko Kärger (rechts) überreichte Norbert Rieger ein Abschiedsgeschenk.
Landrat Heiko Kärger (rechts) überreichte Norbert Rieger ein Abschiedsgeschenk. Foto: Robin Peters
Demmin.

Als am Wochenende in Demmin ein neuer Kreiswehrführer für die Mecklenburgische Seenplatte gewählt wurde, äußerte sich Norbert Reiger erstmals öffentlich zu den Beweggründen seines lang angekündigten Rücktritts. Der Pensionär nannte auf der gleich mehrere Gründe für diesen Schritt – einen auschlaggebenden vermochte er allerdings nicht zu nennen.

Bittere Erkenntnis nach acht Jahren

„Irgendwann hatte ich das Gefühl, als Kreiswehrführer nicht mehr ausreichend wahrgenommen und als Partner betrachtet zu werden”, so Norbert Rieger. Hilfe von außen habe er zuletzt nicht mehr bekommen. Sein Freundeskreis sei geschrumpft. Feuerwehr sei zu seinem einzigen Hobby geworden. „Die letzten acht Jahre waren ein Leben auf der Überholspur, Dauerstress und viele, zu viele Kompromisse im Leben. Das konnte so nicht weitergehen.”

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Das Ehrenamt als schwierige Bürde

Einfach weitermachen und durchhalten kam für ihn für weitere Jahre nicht in Frage. „Es ist auch nicht mein Anspruch, halbe Sachen zu machen.” Schließlich trage er Verantwortung für seine Familie, den Verband und den Landkreis.

Auch Landrat Heiko Kärger (CDU) räumte an diesem Tag ein, dass es durchaus Reibungspunkte im alltäglichen Austausch gebe. Nichtsdestotrotz beschrieb er die Bürger, Feuerwehr und Behörden als eine große Familie. An Vertreter der Landesregierung richete er den Hinweis, dass bisherige Unterstützungen noch längst nicht ausreichen. „Der Bestand an alten Fahrzeugen ist groß.”

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Fortan tritt Enrico Kollhoff von der Freiwilligen Feuerwehr Carpin in Riegers Fußstapfen. Er setzte sich auf der Jahreshauptversammlung gegen seinen Mitstreiter Stephan Drews durch.

 

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