Mit Einbruch der Dämmerung wurde am Donnerstagabend die Zufahrt zum Jarmener Ortsteil Kronsberg abgeriegelt, weil es dort
Mit Einbruch der Dämmerung wurde am Donnerstagabend die Zufahrt zum Jarmener Ortsteil Kronsberg abgeriegelt, weil es dort auf einem Einzelgrundstück nach einer Bluttat eine groß angelegte Polizeiaktion gab. Stefan Hoeft
Auch ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gebiet und versuchte den Verdächtigen zu entdecken. Am Ende entdeckte
Auch ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gebiet und versuchte den Verdächtigen zu entdecken. Am Ende entdeckte in Polizei-Fährtenhund „Erwin”. Stefan Hoeft
Der Tatverdächtige, der sich sprichwörtlich vom Acker machen wollte, wurde mit diesem Polizeiwagen abtransportiert.
Der Tatverdächtige, der sich sprichwörtlich vom Acker machen wollte, wurde mit diesem Polizeiwagen abtransportiert. Gegen den 29-Jährigen lag ein Haftbefehl wegen eines Raubüberfalls vor. Stefan Hoeft
Nach Bluttat

Fährtenhund findet gesuchten Räuber im Hochsitz

Ein Mann am Hals verletzt, ein anderer verhaftet und mehrere Waffen sichergestellt. So die Bilanz nach einer Polizeiaktion samt SEK, Feuerwehr, Hubschrauber und Fährtenhund.
Kronsberg

Der Auslöser für den großen Polizeiensatzes im Jarmener Ortsteil Kronsberg war der Notruf einer 37-jährigen Bewohnerin: Sie und ihr 47-jähriger Lebensgefährte würden in ihrem Haus von einem Ortsfremden mit einer Pistole bedroht. Bei dem Mann handelte es sich, so erklärte die Polizei auf Nordkurier-Nachfrage, um einen 29-Jährigen ohne festen Wohnsitz, der bei dem Paar zeitweise übernachtet hatte und nun offenbar mit den beiden in Streit geraten war. Daraufhin bedrohte der 29-jährige Mann das Paar mit einer Schusswaffe, die ihm in einem Handgemenge abgenommen werden konnte.

Die Anruferin soll dann mit der Schusswaffe nach draußen geflüchtet sein, ihr Lebensgefährte wurde aber vermutlich mit einem Messer am Hals verletzt. Beide begaben sich beim Eintreffen der ersten Beamten umgehend in deren Schutz, der Mann wurde zur Behandlung ins Greifswalder Klinikum gebracht. Insgesamt kamen dreizehn Funkstreifenwagen der Polizeihauptreviere Anklam, Greifswald, Neubrandenburg, Neustrelitz und Demmin sowie der Polizeireviere Friedland und Heringsdorf zum Einsatz, ebenso wie der Kriminaldauerdienst.

Spürhund Erwin hatte den richtigen Riecher

Der Tatverdächtige, gegen den, wie sich herausstellte, in einer anderen Angelegenheit ein offener Haftbefehl vorlag, machte sich derweil buchstäblich vom Acker – in Richtung Müssentin beziehungsweise Heydenholz. Zwar schaltete sich der Helikopter in die Suche ein und überflog rund eine Stunde lang das Areal, doch aufstöbern konnte den 29-Jährigen erst ein am Boden agierender vierbeiniger Kollege namens „Erwin“ mit seinem guten Riecher.

„Unsere Hundeführer haben da maßgeblich zu beigetragen, dass der Mann gestellt wurde“, bestätigte Katrin Kleedehn von der Pressestelle der Polizeiinspektion Anklam. Ihr Schützling schlug demnach an einem Hochsitz an der Waldkante an, auf dem sich der Gesuchte versteckt hielt, wenig später hätten ihn die Beamten dort festgenommen.

Tatverdächter ist gesuchter Tankstellen-Räuber

Der Tatverdächtige ist bereits vor einiger Zeit ins Visier der Kriminalpolizei in Wolgast geraten. Gegen ihn lag ein offener Haftbefehl vor, weil er beschuldigt wird, für einen Raubüberfall auf eine Tankstelle in Brünzow am 10. Februar 2020 verantwortlich zu sein, so die Polizei.

Nachdem der in der vergangenen Nacht festgenommen wurde, wollte er sich zu den Vorwürfen nicht weiter äußern. Am Freitag Nachmittag wurde der 29-Jährigen einem Haftrichter vorgeführt. Der Haftbefehl wegen des Raubüberfalls auf die Tankstelle wurde vollstreckt, sodass der Mann nun in die JVA Bützow gebracht wurde.

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