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Auf Bilder wie dieses warteten die Einwohner am mittleren Peenetal vor ihren Haustüren bisher vergeblich. Doch nun soll es wohl tatsächlich mit dem öffentlich geförderten Breitband-Ausbau losgehen. Stefan Hoeft
Region Jarmen/Loitz

Fällt der Startschuss für den Breitband-Ausbau?

Ursprünglich sollte der öffentliche Breitband-Ausbau schon 2018 fertig sein. Starten nun die ersten Bauarbeiten für den Anschluss der Region Jarmen/Loitz?
Jarmen

Kaum ein Thema sorgte in den vergangenen Jahren für so viel Sarkasmus, Unverständnis und Zorn in der Region wie der öffentlich geförderte Breitbandausbau. Egal ob nun beim Normalbürger und Unternehmen oder bei der lokalen Politik und Verwaltung.

Denn allen regelmäßig wiederkehrenden Ankündigungen zum Trotz hat sich zumindest in den Amtsbereichen Jarmen-Tutow und Peenetal/Loitz bisher nichts Sichtbares in dieser Angelegenheit getan. Obwohl es schon im Juli 2019 eine vorzeitige Baufreigabe für dieses vom Landkreis Vorpommern-Greifswald mit der Nummer 25-02 versehende Projektgebiet gab und im März 2020 die Unterschriften unter dem entsprechenden Zuwendungsvertrag.

Termine verstrichen tatenlos

Die im damaligen Herbst begonnenen Einwohnerversammlungen versprachen eine baldige Umsetzung und gar Ausdehnung der Erschließung, die damit beauftragte Landwerke MV Breitband GmbH aus Neustrelitz rührte bereits die Werbetrommel für ihre Internet-Angebote. Doch nicht nur der im Frühjahr 2021 für den Startschuss anvisierte Termin verstrich tatenlos.

Am Ende sah sich die Kreisverwaltung ob des Unmuts vor Ort sogar veranlasst, ein Extra-Pressegespräch zu organisieren, bei dem das Landratsamt den Schwarzen Peter eben jenem Unternehmen zuschob. Von Überforderung, falschen Vorstellungen und fehlendem Fachpersonal war die Rede, verknüpft mit immer wieder veränderten Planungsansätzen – in die mehrmals neue Förderrichtlinien hinein platzten.

Am 13. Junis soll es endlich losgehen – oder?

Nun allerdings soll alles tatsächlich so weit gediegen sein, dass die ersten Bautrupps am mittleren Peene- und Tollenstal anrücken, wohl am 13. Juni. Das jedenfalls wurde diese Woche bei einer Bauanlaufberatung in Aussicht gestellt.

„Zeitlich ist das alles noch nicht sehr konkret, wir haben jetzt erstmal einen Bauzeitenplan für uns angefordert“, erklärte Karsten Windmüller, der für diesen Sachbereich zuständige Mitarbeiter im Jarmener Rathaus, anschließend auf Nordkurier-Anfrage. Von daher könne er momentan keine Prognose über einen etwaigen Fertigstellungstermin geben. Genauso wie, ob ein symbolischer erster Spatenstich stattfindet.

Fest stehe aber, dass die Arbeiten in den zwei sogenannten Subclustern Daberkow und Alt Tellin starten. Bereiche, für welche die Ausführungsplanung bereits vorliegt und die in etwa den Gemeindegemarkungen entsprechen, aber mitunter auch grenznahe Adressen umfassen.

Wie bei Daberkow neben den Ortsteilen Hedwigshof und Wietzow beispielsweise die Schweinezucht Alt Tellin und das eigentlich zu Jarmen gehörende Neu Plötz. Im Fall Alt Tellin erfolgt der Ausbau bis hinüber auf die andere Tollense-Seite, wobei schon als ausreichend versorgt geltende Ortsteile wie etwa Broock und Buchholz großteils außen vor bleiben.

Start im Süden bewusst gewählt

Besonders große und viele Löcher werden die Leute durch die Arbeiten indes nicht zu sehen bekommen, erläuterte der Experte. „Da passiert viel in geschlossener Bauweise.“ Wobei es verschiedene Etappen bei der Erschließung gebe: Erst gehe es um die Verlegung der Leerrohre im öffentlichen Bereich und über die privaten Grundstücke bis ins jeweilige Haus, dann schieße eine Firma die Glasfasern dort hindurch. Später folgen die Anbindung ans Netz und die Anschlüsse bei den jeweiligen Nutzern. Innerhalb des Hauses sei jeder selbst für die Verteilung verantwortlich.

Der Start im Süden des Jarmener Amtsbereiches ist laut Karsten Windmüller ganz bewusst gewählt, weil in Richtung Altentreptow der Übergabepunkt zum überregionalen Netzverbund liegt. Von Daberkow und Alt Tellin soll es Subcluster für Subcluster bis hinauf zur Peene gehen, um danach auf der anderen Uferseite mit dem Loitzer Amtsbereich weiter zu machen. Wobei dort von einigen Kommunalpolitikern die Auffassung vertreten wird, dass angesichts des bisherigen Zeitverlustes dieses Territorium parallel erschlossen werden sollte.

So viele Anschlüsse wie möglich abdecken

Der Fachmann aus dem Jarmener Rathaus warnte derweil vor zu großen Erwartungen, was den Versorgungsgrad mit schnellem Internet nach Abschluss dieses Projektes angeht. Denn vorerst laufe nur die Phase Eins der öffentlichen Förderung – für alle nach einer früheren Markterhebung als weiße Flecken eingestuften Grundstücke.

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Egal ob die dabei außen vor gebliebenen Adressen tatsächlich über der einst als Limit geltenden Übertragungsgeschwindigkeit von 30 Mbit je Sekunde liegen oder nicht. Die „neuen weißen Flecken“ oder „grauen Flecken“ kämen erst in späteren Phasen an die Reihe, fänden aber zumindest teilweise beim Vortrieb schon mal Beachtung. „Von uns aus gibt es das Bestreben, so viele Anschlüsse wie möglich hinzubekommen. Und politischer Wille ist ja an die hundert Prozent.“ Wann das so weit sein wird, darüber wage er jedoch keine Prognosen.

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