KATHOLISCHE KIRCHE IN DEMMIN

Fehlender Bescheid verzögert Bau-Start

Seit einem halben Jahr ist die katholische Kirche in Demmin eingerüstet, doch Handwerker können bis heute nicht loslegen. Der Dekan spricht von einem Schildbürgerstreich des Justizministeriums.
Dekan Andreas Sommer (links) und Pfarrer Grzegorz Mazur möchten, dass die Arbeiten an Demmins katholischer Kirche so schn
Dekan Andreas Sommer (links) und Pfarrer Grzegorz Mazur möchten, dass die Arbeiten an Demmins katholischer Kirche so schnell wie möglich beginnen. Doch noch immer fehlt der Förderbescheid. Kai Horstmann
Der Glockenstuhl ist stark angerostet und soll durch eine Holzkonstruktion ersetzt werden.
Der Glockenstuhl ist stark angerostet und soll durch eine Holzkonstruktion ersetzt werden. Kai Horstmann
Demmin.

Es steht und steht, aber es tut sich nichts. Seit Juli 2019 ist der Glockenturm der katholischen Kirche Maria Rosenkranzkönigin in Demmin eingerüstet. Doch einen Handwerker bekommt man auf dem Gerüst nicht zu sehen. Kein Wunder, dass die Fragen der Kirchgänger an Pfarrer Grzegorz Mazur immer drängender werden. Doch der kann zumindest zu einem Starttermin der Arbeiten keine Aussagen treffen. Grund: Es ist immer noch keine Entscheidung über die beantragten Landes-Fördermittel in Höhe von 35.000 Euro gefallen.

Dabei sind die Arbeiten dringend nötig. So soll bei dem Glockenturm aus Backstein der Putzspiegel neu gemacht werden und der Glockenstuhl aus Stahl rostet stark und soll durch eine Holzkonstruktion ersetzt werden. „Der Klang wäre danach auch besser, weil der Stahl diesen nicht so abfedert wie Holz“, erklärt Andreas Sommer, Dekan der Katholischen Kirchengemeinde Pfarrei St. Bernhard Stralsund/Rügen/Demmin. Damit der Glockenstuhl nicht so sehr dem Wetter ausgesetzt ist, plant die Pfarrei die vier Öffnungen in jede Himmelsrichtung der Kirchturmspitze mit Fenstern zu verglasen. Damit auch das Geläut der Glocken nach außen dringt, würden im Glas Öffnungen eingearbeitet werden.

Angekündigte Bearbeitungszeit schon dreifach überzogen

Wie Sommer schätzt, begannen die Planungen zur Sanierung der 1915 gebauten Kirche bereits vor 15 Jahren. „Im Oktober 2018 wurde dann der Fördermittelzuschuss über das Landesjustizministerium beantragt, das beim Land für Kirchenangelegenheiten zuständig ist. Damals hieß es, die Bearbeitungszeit beträgt drei bis vier Monate“, erinnert sich Andreas Sommer.

Im darauffolgenden Februar wurde voller Hoffnung die Ausschreibung für die Handwerksfirmen veröffentlicht. Die eingegangenen Angebote wurden dann im April 2019 ausgewertet, obwohl der Förderbescheid noch nicht da war. Eine Anfrage von Pfarrer Sommer an das Justizministerium ergab, dass „eine Menge Anträge vorliegen würden“ und der Antrag der Demminer auf Platz 52 liege. Und die Mühlen der Justiz scheinen auch in diesem Fall sprichwörtlich langsam zu mahlen. Denn im Oktober folgte die Auskunft, dass das Demminer Projekt nun auf Platz 35 vorgerückt sei. Eine unangenehme Überraschung für die Kirchengemeinde.

Ausschreibung muss wiederholt werden

„Das begleitende Architekturbüro hat uns gesagt, dass die Ausschreibung wiederholt werden müsse, wobei mit einer Kostensteigerung von sechs Prozent zu rechnen sei“, schildert Sommer. Damit konfrontiert habe es aus dem Landesjustizministerium geheißen, dass die Kirchengemeinde die durch die Verzögerung entstehende Kostensteigerung zusätzlich beantragen sollte. „Dadurch ist unsere Antragssumme auf 45.000 Euro gestiegen. Inzwischen liegt der Antrag beim Landesförderinstitut (LFI). Ein vorzeitiger Beginn der Maßnahme wurde durch das Landesjustizministerium mehrfach abgelehnt“, berichtet Andreas Sommer.

Die lange Bearbeitungszeit rechtfertigte Tilo Stolpe, Pressesprecher des Justizministeriums, auf Nachfrage mit der Komplexität der Bearbeitung des Fördermittelantrages. Zudem würde derzeit die Erhöhung des Zuschusses im Landesförderinstitut M-V geprüft. Der Kirchengemeinde stellt er bei fristgerechter Zuarbeit die Bekanntgabe des Zuwendungsbescheids für das erste Quartal 2020 in Aussicht.

Das hofft sicher auch die Firma F. Hass. Die baute das Gerüst am Glockenturm bereits im Juli auf eigenes Risiko auf, ohne einen konkreten Auftrag von der katholischen Kirche erhalten zu haben. „Es war ja weitsichtig von der Firma, hier das Gerüst aufzubauen, als man Zeit hatte. Aber die Sache mit dem Förderantrag ist ein Schildbürgerstreich für alle beteiligten Firmen. Leider wurde deren geleistete Arbeit bisher nicht belohnt“, sagt Sommer.

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