LÖSCHTEICH

Feuerwehr im Einsatz gegen Algenschlamm

Es könnte fatale Folgen haben: Der Feuerwehrlöschteich in Trissow ist komplett mit Algenschlamm verstopft.
Ulrike Rosenstädt Ulrike Rosenstädt
Der Folien-Feuerwehrlöschteich in Trissow zu zugewachsen. Algen und andere Pflanzen machen es derzeit unmöglich, im Ernstfal
Der Folien-Feuerwehrlöschteich in Trissow zu zugewachsen. Algen und andere Pflanzen machen es derzeit unmöglich, im Ernstfall ausreichend Wasser zu ziehen. Bei einem SOS-Einsatz zogen freiwillige Helfer jetzt unermüdlich Schlamm ab und versuchten, mithilfe von Technik, Bewegung ins Gewässer zu bringen. Ulrike Rosenstädt
Die Maschinisten brachten eine Tragkraftspritze an den Start und schlossen Schläuche an. Die wurden in den Teich gelegt, um d
Die Maschinisten brachten eine Tragkraftspritze an den Start und schlossen Schläuche an. Die wurden in den Teich gelegt, um das Wasser per Druck in Bewegung zu bringen. Ulrike Rosenstädt
Die Algen mussten erst vom Teich und später per Hand auch von den Gerätschaften entfernt werden.
Die Algen mussten erst vom Teich und später per Hand auch von den Gerätschaften entfernt werden. Ulrike Rosenstädt
Trissow.

ie unterbrachen die dörfliche Idylle für einige Stunden: Fünf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Passow, ein Gemeindevertreter, zwei Feuerwehrfahrzeuge, eine Tragkraftspritze, ein Angelkahn und ein Feuerwehrlöschteich mit viel, viel mehr Algenschlamm, als alle, die sich um die Sicherheit der Einwohner von Trissow Gedanken machen, je vermutet hätten. S

„Der Folienteich ist so verschlammt, dass wir im Ernstfall nicht mehr ausreichend Löschwasser ziehen können“, beschrieb Ronny Kaiser jüngst die Situation. Seitdem haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Passow nicht viel Zeit vergehen lassen. Bevor sie zu ihrem SOS-Einsatz auf dem Löschteich starteten, wurden gemeinsam mit dem Görminer Bürgermeister Thomas Redwanz und Mitgliedern des Bauausschusses der Gemeinde die Löschteiche genauer unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis brachte die Bestätigung zahlreicher Hinweise und Warnungen aus der Bevölkerung: „In Böken und Trissow sind die Löschteiche in einem extrem schlechten Zustand. Es besteht dringender Handlungsbedarf“, berichtete am Rande des Einsatzes in Trissow Ronny Kaiser. In Böken wächst der Teich durch Schilf regelrecht zu. In diesem speziellen Fall muss sehr wahrscheinlich schon bald eine Fachfirma ran, um das Problem zu beseitigen. In Trissow konnten die Feuerwehrleute zunächst einmal eine erste Schadensbegrenzung selber vornehmen.

Schweißtreibende Schaufelei

Die Kameraden schöpften über mehrere Stunden Algen über Algen aus dem Löschteich. Das war eine schweißtreibende und körperlich recht schwere Angelegenheit. „Es hilft ja nichts. Wir müssen gewährleisten, dass wir hier in Trissow Löschwasser ziehen können. Mit dem Hydranten allein könnten wir das im Ernstfall nicht absichern“, sagten die Feuerwehrleute.

Während Ronny Kaiser mit einem kleinen Angelkahn auf dem Teich unterwegs war und mit einer Harke zunächst die Oberfläche abschöpfte, unterstützten ihn dabei ein zweiter Kamerad und der Bauausschussvorsitzende der Gemeinde, der Trissower René Reimer. Sie zogen ebenfalls unermüdlich Schlick vom Teich an Land. Parallel kümmerten sich drei Maschinisten darum, dass an einer Tragkraftspritze angeschlossene Schläuche den Teich quasi aufwühlen. „Die sollen das stehende Gewässer in Bewegung und somit noch mehr Algenschlamm an die Oberfläche bringen“, erklärten die Männer.

Doch so einfach, wie es vielleicht klingt, war es gar nicht. Nach nur wenigen Minuten waren die Geräte vom Schlamm verstopft, mussten immer wieder aufgeschraubt und gesäubert werden. „Genau hier zeigt sich das Problem. Im Ernstfall, wenn es hier im Ort brennen sollte, wir Wasser ziehen müssten, würde genau das Gleiche passieren und wir hätten ein wirklich großes Problem, weil wir nur wenig Wasser, aber viele Algen in die Schläuche ziehen und damit die Pumpen verstopfen würden“, betonte Ronny Kaiser bei einer kurzen Verschnaufpause. Während er sich einmal kurz ausruhte, wurde der Schlamm von dem bereits übervoll beladenen Kahn auf dem Wasser an Land auf einen Anhänger geschaufelt.

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