Hängebauchschwein

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Findling "Eddie" wartet jetzt auf seinen Besitzer

Herrenloses Hängebauchschwein in Alt Kentzlin zugelaufen - Noch keine Vermisstenmeldung

Ein Hängebauchschwein lief Hannelore Reisberg aus Alt Kentzlin dieser Tage zu. Zufälligerweise war sie schon vorher im Besitz eines solchen Tieres.

"Als das Tier durch unser Dorf lief, dachten alle, das wäre mein Mohrle", erzählt Hannelore Reisberg. "Mohrle" nennt sich ihr Hängebauchschwein, das in ihrer Wohnung mit leben darf. Damals war es ein Geschenk zum 50. Geburtstag. "Aber mein Mohrle schlief ganz friedlich im Schlafzimmer, also musste es ein fremdes Schwein sein."

Der schweinische Dorfbesucher wurde am Gutshaus gesichtet und dann durch Alt Kentzlin getrieben. "Und stellen sie sich mal vor", erzählt die auf das Schwein Gekommene, "der ist hier auf den Hof spaziert, als ob der hierher gehört."

Um den neuen Gast unterzubringen, musste ein eigentlich für "Mohrle" angelegtes Gehege hergerichtet werden. "Aber der ist ja sowieso lieber in der Wohnung." Um die beiden Tiere auseinanderzuhalten, wurde der Findling kurzerhand "Eddie" getauft.

Dem war der gestrige Medienrummel gar nicht geheuer. Nur schwer war er davon zu überzeugen, für ein Foto zu posieren.

Hannelore Reisberg glaubt, dass "Eddie" schon vorher menschlichen Kontakt hatte, sonst wäre er wohl nicht so bereitwillig auf das Gehöft gerannt. Der Besitzer hat sich jedoch noch nicht bei ihr gemeldet. Sie glaubt auch nicht mehr, dass er es noch tun wird. "Doch wer setzt denn solch ein Tier aus", fragt sie sich.

Ihre beiden Hunde auf dem Hof fristen nun leider ein Zwingerdasein, denn wegen "Eddie" dürfen sie vor erst nicht raus. Der Ärmste müsste sonst um sein Leben fürchten. Die Jäger braucht "Eddie" allerdings nicht fürchten. Denn, so Revierförster Reinhard Schumacher, er gilt als herrenloses Tier und darf nicht erlegt werden.