HOCHWASSERSCHUTZ

Firmen-Pleite: Arbeiten an den Bürgerwiesen gestoppt

Das Projekt Hochwasserschutz an den Demminer Bürgerwiesen liegt schon wieder auf Eis. Denn die beauftragte italienische Firma hat überraschend Insolvenz angemeldet.
Einige Spundwände für den Hochwasserschutz wurden noch eingesetzt, bevor die italienische Baufirma pleite ging. Wann
Einige Spundwände für den Hochwasserschutz wurden noch eingesetzt, bevor die italienische Baufirma pleite ging. Wann die Arbeiten fortgesetzt werden können, ist derzeit noch völlig offen. Tobias Holtz
Dieser Bagger wird sich inabsehbarer Zeit wohl nicht mehr bewegen. Denn bevor es auf der Baustelle weitergehen kann, muss das
Dieser Bagger wird sich inabsehbarer Zeit wohl nicht mehr bewegen. Denn bevor es auf der Baustelle weitergehen kann, muss das Vorhaben neu ausgeschrieben werden. Tobias Holtz
Demmin.

Obwohl seit dem verzögerten Beginn der Baumaßnahmen am Richtgrabenweg eher selten Arbeiter zu sehen waren, hat sich dort dennoch etwas getan. So konnte die erste Lieferung der tonnenschweren Spundwände trotz anfänglicher Schwierigkeiten in das Erdreich gepresst werden. Viele Anwohner waren erleichtert, dass es mit dem lange geplanten Projekt zum Hochwasserschutz an den Bürgerwiesen nun endlich vorangeht. Doch weit gefehlt!

Wie der Nordkurier vom Demminer Bauamtsleiter Dietmar Schmidt erfuhr, hat das mit den Arbeiten beauftragte Unternehmen „Piacentini Costruzioni SPA“ aus Italien überraschend Insolvenz angemeldet. „Wir wurden vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) schriftlich darüber informiert“, erklärte Schmidt.

Neue Ausschreibung nötig

Nun müsse der Bau der stählernen Flutschutzmauer noch einmal europaweit ausgeschrieben und der Auftrag an eine andere Firma vergeben werden, heißt es in dem Schreiben. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen“, betonte der Bauamtsleiter und bezweifelt, dass das millionenschwere Vorhaben wie geplant bis Mai 2020 abgeschlossen werden kann. Denn eigentlich sollte dann mit der Verkleinerung des Mühlengrabens und den Begrünungsmaßnahmen begonnen werden. „Für 2021 war die Sanierung der Straße geplant. Aber das wird sich jetzt alles zeitlich etwas nach hinten verschieben“, vermutet der Mann vom Bauamt.

Baustelle gesichert

Auch bei den Verantwortlichen im Stalu hat diese negative Entwicklung für Ärger gesorgt. „Mit einer Insolvenz haben wir absolut nicht gerechnet. Aber es lässt sich nun leider nicht mehr ändern“, teilte Bodo Heise auf Nordkurier-Anfrage mit. Es sei bereits mit der ordnungsgemäßen Absicherung der Baustelle begonnen worden, so der Abteilungsleiter.

Wie es überhaupt zur Insolvenz der italienischen Firma kommen konnte, wird vorerst wohl ein Rätsel bleiben. Die Geschäftsführung in Castelnuovo stand trotz mehrmaliger Nachfrage nicht für ein klärendes Gespräch zur Verfügung. Es bleibt also weiterhin still an den Bürgerwiesen. Ob und wann die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden können, steht derzeit noch in den Sternen.

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