HANSEVIERTEL

Fischerinsel: Saisonstart mit hohen Hürden

Seit Montag sind die Museen im Land wieder geöffnet. Auch das Demminer Hanseviertel hat damit begonnen, sich auf die Saison vorzubereiten. Doch um die strengen Corona-Auflagen einhalten zu können, ist nicht nur viel Arbeitsaufwand, sondern vor allem finanzielle Unterstützung nötig.
In dieser Woche wurde eine neues Spielschiff auf dem Gelände der Fischerinsel aufgebaut. Laut aktueller Corona-Verordnung
In dieser Woche wurde eine neues Spielschiff auf dem Gelände der Fischerinsel aufgebaut. Laut aktueller Corona-Verordnung darf darauf aber immer nur ein Kind spielen. ZVG
Schon jetzt steht fest, dass die Umsetzung des wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Sicherheitskonzeptes im Museumsdorf
Schon jetzt steht fest, dass die Umsetzung des wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen Sicherheitskonzeptes im Museumsdorf arbeitsaufwendig und teuer wird. NK-Archiv
Trotz einiger Hürden blickt Roman Gau, der Vorsitzende des Demminer Hanseviertels e.V., optimistisch in die Zukunft und h
Trotz einiger Hürden blickt Roman Gau, der Vorsitzende des Demminer Hanseviertels e.V., optimistisch in die Zukunft und hofft schon bald wieder Gäste auf der Fischerinsel begrüßen zu können. Denny Kleindienst
Die Corona-Krise wird sich mit vielen Sicherheitsrgeln im Museumsdorf bemerkbar machen.
Die Corona-Krise wird sich mit vielen Sicherheitsrgeln im Museumsdorf bemerkbar machen. NK-Archiv
Vor jeder Handwerks-Hütte muss mit einem Schild explizit darauf hingewiesen werden, wie viele Personen sich gleichzeitig
Vor jeder Handwerks-Hütte muss mit einem Schild explizit darauf hingewiesen werden, wie viele Personen sich gleichzeitig darin aufhalten dürfen. Denny Kleindienst
Demmin.

Eigentlich sollte die diesjährige Saison auf der Fischerinsel bereits am 2.  Mai mit dem „Mittelalterlichen Frühlingserwachen“ starten. Doch die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den traditionellen Auftakt verhindert. „Wie es aktuell aussieht, werden wir wohl erst wieder ab Herbst Veranstaltungen durchführen können“, bedauert der Vorsitzende vom Demminer Hanseviertel e.V., Roman Gau.

Das heißt jedoch nicht, dass die Besucher in den kommenden Monaten auf eine erlebnisreiche Reise in die Zeit des Mittelalters verzichten müssen. Denn Mecklenburg-Vorpommern hat in der jüngsten Corona-Verordnung grünes Licht für die Öffnung der Museen im Land gegeben. Allerdings nur, wenn die vorgeschriebenen Auflagen eingehalten werden können. Und davon gibt es eine ganze Menge, wie Roman Gau im Beratungsgespräch mit dem städtischen Ordnungsamt feststellen musste.

Museumsinsel wird ein Corona-Schilderwald

„Das geht schon beim kontrollierten Einlass los, weil nur eine begrenzte Zahl an Besuchern gleichzeitig auf das Gelände kann. Die Fischerinsel wird ein einziger Schilder-Wald werden, aber das lässt sich leider nicht vermeiden“, stellt der Vereinsvorsitzende klar. So muss beispielsweise an jeder der sechs Handwerks-Hütten ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sich darin je nach Quadratmetergröße maximal zwei bis drei Personen aufhalten dürfen – mit Mundschutz versteht sich. Da vor allem Familien die Fischerinsel besuchen, will der Verein die Warnschilder zusätzlich mit entsprechenden Symbolen versehen, damit sie auch von den Jüngsten, die noch nicht lesen können, verstanden werden.

Regeln auch für neues Spielschiff

Sogar die vielen Spielgeräte auf dem Areal könnten nach jetzigem Stand immer nur von einem Kind genutzt werden. „Dabei haben wir gerade mithilfe von Fördermitteln aus dem Leader-Programm ein neues Spielschiff gekauft, auf dem die Kleinen viel Platz zum Klettern und Toben hätten“, sagt Roman Gau.

Außerdem sieht die Verordnung der Landesregierung vor, jeden Gast auf die geltenden Abstandsregeln aufmerksam zu machen. „Das lässt sich in unserem Fall nur über weitere Hinweistafeln oder regelmäßige Lautsprecherdurchsagen realisieren. Wir können ja schlecht Markierungen auf den Rasen kleben“, scherzt der Vereinsvorsitzende, der coronabedingt auch den gastronomischen Bereich komplett umstrukturieren muss. Denn die Regelungen, die seit Kurzem in Restaurants und Biergärten gelten, sind ebenso für Imbisse in Freizeiteinrichtungen verbindlich.

Finanzielle Unterstützung nötig

Schon jetzt ist klar, dass die Umsetzung des vorgeschriebenen Sicherheits- und Hygieneschutzkonzeptes nicht nur mit viel Arbeit verbunden ist, sondern auch ordentlich Geld kosten wird. Aus eigenen Mitteln kann der Verein die anfallenden Ausgaben allerdings nicht stemmen, wie Roman Gau deutlich machte. „Sobald die Gesamtkosten feststehen, werden wir deshalb versuchen über den neu geschaffenen Sozialfonds finanzielle Unterstützung zu beantragen“, erklärt der Vorsitzende das Vorhaben des Vereins. Wann das mittelalterliche Museumsdorf dann wieder öffnen kann, hängt also letztlich davon ab, ob und wie schnell das Geld bewilligt wird. Sollte es mit dem Sozialfonds nicht klappen, will der Verein auf andere Fördertöpfe zurückgreifen.

„Trotz dieser Hürden blicken wir optimistisch auf die aktuelle Saison und hoffen schon bald wieder Besucher auf der Fischerinsel begrüßen zu können“, so Roman Gau.

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