FESTIVAL IN BROOCK

Flirt-Tipps von der "Pussy-Parade"

Zum neunten Mal hatten die Tore des Sommerfests in Broock geöffnet. Wohl auch wegen frivoler Workshops knackten die Veranstalter die Marke von 900 Besuchern.
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Die Workshops auf dem Festival waren gut besucht. Diese Teilnehmer trafen sich zum Flirt-Workshop und schauten sich unter anderem minutenlang in die Augen.
Die Workshops auf dem Festival waren gut besucht. Diese Teilnehmer trafen sich zum Flirt-Workshop und schauten sich unter anderem minutenlang in die Augen. Sophia Brandt
Auf der „Mulde“-Bühne war ein orientalisches Bühnenbild aufgebaut.
Auf der „Mulde“-Bühne war ein orientalisches Bühnenbild aufgebaut. Sophia Brandt
Broock.

2010 hat das erste Freiland Sommerfest als Geburtstagsparty einiger Leute stattgefunden, die aus der Gegend um Alt Tellin stammen. Auch nachdem manche der jungen Veranstalter das Bundesland verlassen haben, behielten sie diese Tradition bei. Das Sommerfest an der Kiesgrube in Broock ist immer weiter gewachsen.

In diesem Jahr wurde das erste Mal die Marke von 900 Besuchern geknackt. „Unser Vorverkauf endet bei 800 Karten. Wir melden aber immer 900 Besucher an“, sagte Eric Mulsow, einer der Veranstalter. Trotz steigender Preise, von 40 Euro im Vorverkauf bis zu 85 Euro an der Abendkasse, wurden der Platz diesmal tatsächlich voll.

Keine Top 10 der Anmachsprüche

Der Grund dafür, warum das Freiland Sommerfest so beliebt ist, ist aber nicht nur die entspannte Tanzmusik. Dabei sind unter den Künstlern von House über Elektro und Techno bis Rap fast alle Musikgenres vertreten, die den Veranstaltern gefallen. Was aber viele anlockt, ist die große Auswahl an Workshops, die über den Tag an verschiedenen Ecken des Geländes stattfinden.

Dazu gehören unter anderem Siebdruck-Workshops, eine Naturkosmetikwerkstatt, aber auch der Flirtworkshop der Frauen von der „Pussy-Parade“ war sehr beliebt. Dort wurde unter anderem darüber gesprochen, wie eine Person des dritten Geschlechts bei einem Flirt angesprochen wird. Bei einer anderen Übung mussten sich die Teilnehmer einige Minuten tief in die Augen sehen und danach darüber reden. „Es ist keine Anleitung zum perfekten Flirten oder die Top 10 der Anmachsprüche“, steht in der Beschreibung. Es gehe um Reflexion und Austausch.

In weiteren Workshops wie „Fuck Off! Streitkultur und Rechtsruck“ oder „Tolerave: Müssen wir immer erst laut werden“ geht es eher um politische Themen und wie die Demokratie mit durchdachten Diskussionen ausgelebt werden kann. Aber auch der Workshop zum „Lockpicking“ (Schlossknacken) war sehr beliebt. „Das kann man immer mal gebrauchen“, sagte Mulsow schmunzelnd.

Musik bis spät in die Nacht

Auch den kleinsten Gästen wurde einiges auf dem Festival geboten. Die Musik lief auf dem Freiland Sommerfest übrigens nur abends und nachts. Probleme mit den Anwohnern habe es dahin gehend nicht gegeben. „Wir laden auch immer alle aus den umliegenden Dörfern kostenlos zu uns ein“, sagte Mulsow.

Nachdem das Sommerfest nach Pfingsten endete, hat die Planung des 10-jährigen Jubiläumsfestivals im nächsten Jahr schon begonnen. Doch vorher ist Mulsow mit dem Kulturgut-Freiland-Verein noch auf dem Fusion-Festival vertreten. Zur aktuellen Debatte um die Verstärkung der Präsenz der Polizei vor Ort sagte Mulsow: „Wir unterstützen die Meinung der Fusion-Veranstalter. Es ist vielen unangenehm und stört die Atmosphäre beim Feiern.“

 

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