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Frauenstraße wird zum Sanierungs-Notfall

Rein oberflächlich wirkt alles passabel in der Demminer Frauenstraße mit Fahrbahn und Gehweg zwischen Reuterschule und Marienhain. Doch ein aktuelles Gutachten warnt: Der gesamte Straßendamm ist überlastet und droht über die steile Mühlengraben-Böschung abzurutschen.
Rein oberflächlich wirkt alles passabel in der Demminer Frauenstraße mit Fahrbahn und Gehweg zwischen Reuterschule und Marienhain. Doch ein aktuelles Gutachten warnt: Der gesamte Straßendamm ist überlastet und droht über die steile Mühlengraben-Böschung abzurutschen.
Thoralf Plath

Frauenstraße, Reuterschule, Kreuzung am Marienhain: Wohl jeder Demminer Autofahrer muss hier mindestens einmal am Tag vorbei. Und nun das: Die Straße sackt ab und muss dringend saniert werden, besser heute als morgen. Ohne Vollsperrung wird das nichts. Das kann ja heiter werden.

Es ist eine der meistbefahrenen Straßen im Demminer Innenstadt: 9000 Autos brummen an einem durchschnittlichen Tag an der Reuterschule vorbei, jedes zehnte Gefährt ist ein Lkw. Zu viel für den Straßendamm, der hier an einer Seite mit steiler Böschung gut sieben Meter tief zum alten Mühlengraben abfällt: Die Fahrbahn sackt immer mehr ab. So sehr, dass Bauamtschef Dietmar Schmidt Alarm schlägt: "Mit diesem Abschnitt der Frauenstraße längs der Schule muss dringendst etwas geschehen. Nicht nur der Gehweg, wie wir anfangs dachten, sondern die gesamte Straße rutscht über die Böschung regelrecht weg. Wir werden darüber schon Anfang Februar mit dem Straßenbauamt verhandeln, damit wir da zu einer Lösung kommen, möglichst noch in diesem Jahr."

Der Jubel wird sich in Grenzen halten in der Güstrower Behörde, so viel steht wohl fest. Denn diese Baustelle verspricht ein richtig teurer Spaß zu werden. Allein für die Erneuerung des Gehweges auf etwa hundert Metern plant die Stadt eine sechsstellige Summe. "An einer konkretere Schätzung arbeiten wir gerade."

Der Kostentreiber steckt im Boden. Laut einem aktuellen Baugrundgutachten vom November sind nur massive Bohrpfähle in der Lage, die Straße samt Gehweg auf Dauer abzufangen. Die Dinger müssten mindestens zehn, zwölf Meter lang sein, um durch Aufschüttung und Torfboden in feste Bodenschichten verankert zu werden. "Verständlich, dass sich da mancher erst mal an den Kopf fasst, bei diesen Kosten für so ein kurzes Stück Straße, auch in der Stadtvertretung hält sich die Begeisterung in Grenzen", räumt Schmidt ein. "Aber wir kommen hier nur mit einer Komplettlösung weiter. Und es ist dringend."

Der Knackpunkt: Straßenbauamt und Kommune müssten sich über die Teilung der Kosten einigen, denn zuständig ist die Stadt nur für den Gehweg. Die Fahrbahn ist Güstrower Revier. Nach einer schnellen Lösung klingt das eher nicht. Also, wenn die Frauenstraße eines Morgens im Graben liegt, nicht wundern!