:

Friesenhalle: Wettkämpfe allein reichen nicht aus

Unternehmen Zukunft: Friesenhalle und Pestalozzischule sollen durch den Anbau der Wettkampfhalle zusammenrücken, der Schul- und Sportcampus dürfte auch die Idee einer Ganztagsschule aufwerten.
Die in den 1980er Jahren zunächst als Hoffmann-Halle gebaute, später Kultur- und Sporthalle genannte Veranstaltungsstätte in der Draufsicht. Nach bisherigen Ideen soll der Anbau links abgerissen werden und zusammen mit dem Parkplatz Raum schaffen für die normgerechte Wettkampf-Sporthalle.

An der alten Friesenhalle ist viel herumgebastelt worden in den letzten Jahren, man renovierte und sanierte, ein alter Kasten ist sie trotzdem geblieben. Jetzt will die Stadt es noch einmal richtig krachen lassen. Wird alles nicht nur besser, sondern endlich auch einmal gut?

Ginge es nach Bernd Koltz, ginge es gern alles noch viel schneller. „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir vorwärts kommen mit den Planungen“, sagt er. „Wenn bis zum März alle Anträge gestellt sind, wer weiß, dann können wir vielleicht sogar schon im nächsten Jahr anfangen zu bauen. Das ist sicher der Idealfall, aber durchaus noch drin.“

Koltz, Abgeordneter im Demminer Stadtparlament mit dem Parteibuch der Linken, ist lange genug in der Kommunalpolitik, um die Mühlen der Bürokratie auch von innen heraus zu kennen. Dass er den nun avisierten Umbau der altehrwürdigen Friesenhalle zum modernen Schul- und Sportcampus so zeitnah schätzt, lässt hoffen, dass diese endlose Geschichte doch noch ein gutes Ende nimmt. Koltz ist Chef des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Und der hat bei allem, was mit dem Bau der Wettkampf-Sporthalle zu tun hat, stets das erste gewichtige Wort mitzureden.

Mit der im Frühsommer festgelegten Variante, besagte Sportstätte nun doch als Anbau an die Friesenhalle in die Hansestadt zu holen, geht es um mehr als nur eine Wettkampfarena für Demmins erfolgreiche Handballer. Dabei ist der Standort eigentlich eine Notgeburt: Der ursprüngliche Plan, die Halle mitten im Stadtzentrum zwischen Luisentor und Reuterschule zu bauen, erwies sich als unbezahlbar. Miserabler Baugrund, Bohrpfahlgründung, ein Millionengrab. „Fördern wir nicht“, hieß es zuletzt im Innenministerium. „Keine Chance“, reagierte auch die Kommunalaufsicht.

Darum nun die Friesenhalle. Der Anbau verspricht, wenn von „billig“ bisher auch nicht die Rede sein, immerhin deutlich bezahlbarer zu werden. Und der Standort birgt eine weitere Chance: als „Schulsportcampus“ die Pestalozzischule nebenan aufzuwerten - auf dem Weg hin zu einer modernen Ganztagsschule.

Eben solche Angebote brauche eine Stadt in der heutigen Zeit von Mobilität und flexiblen Arbeitsmodelle mehr denn je, sagt Bernd Koltz. „Wir sollten vor lauter Reagieren auf den demografischen Wandel nicht verpassen, etwas für junge Familien mit Kindern zu tun. Wenn wir Demmin als Wohnort und lebendige Stadt erhalten wollen, und das wollen wir hoffentlich alle, sind nicht nur rollatorengerechte Badezimmer wichtig. Sondern auch so etwas wie zeitgemäße Schulkonzepte und Sportstätten.“

Derzeit arbeiten zwei Planungsbüros an Voruntersuchungen, wie die Halle bautechnisch und finanziell zu stemmen ist. Mit den Gutachten ist im Herbst zu rechnen.